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Aufführungen / Theater Stadttheater Aschaffenburg Aschaffenburg, Schlossgasse 8
Aufführungen / Theater Volkstheater Hessen e.V. Frankfurt am Main, Pfingstweidstr. 2
Aufführungen | Schauspiel

Das Deutschland­herz

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Naömi, Waltor und Richord treffen sich am Bahnhof. Sie wollen weg aus dem Deutschland, doch sie können ihre Tickets nicht runterladen, weil das Netz schlecht ist, sie wissen nicht, wann und wo der Zug abfahren soll, die Durchsagen sind unverständlich, der vermeintliche Ort des Aufbruchs ist verwaist und verrammelt… Nichts ist in Ordnung und es wird immer schlimmer. Ein hilfsbereiter Schaffner taucht auf, doch können die drei Freunde ihm trauen? Eine seltsame Metamorphose scheint von ihnen Besitz zu ergreifen, während sie einen Ausweg aus ihrem hochkarätigem Koma der Hilflosigkeit suchen. Autor und Regisseur Bonn Park, dessen erste Arbeit am Schauspiel Frankfurt, »They Them Okocha«, für den Mülheimer Dramatikpreis nominiert war, arbeitet in seinem neuen Werk mit dem Horror-Genre. Hier wird »Made in Germany« zur Ingenieurskunst der Panik. Die bissige Groteske bewegt sich, dem klassischen Horrorfilm getreu, zwischen Schaudern und Lachen. Wie immer formuliert Bonn Park seine scharfsichtige Gegenwartsanalyse dabei mit Zärtlichkeit und Poesie. Regie: Bonn Park Bühne & Kostüme: Sina Manthey Musik: Ben Roessler Dramaturgie: Katja Herlemann Licht: Valentin Wittig Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Kleiner Mann, was nun

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Premiere: 30.10.2026 Es sind harte Zeiten, als Pinneberg und Lämmchen erfahren, dass sie gemeinsam ein Kind bekommen: Massenarbeitslosigkeit, Weltwirtschaftskrise, politische Unruhen. Trotzdem heiratet das Paar kurzentschlossen. Doch das kleine private Glück wird bald auf die Probe gestellt, als Pinneberg in immer prekärere Anstellungsverhältnisse gerät. Leistungsdruck, Demütigungen und tyrannische Chefs nimmt er in Kauf, um nicht in die Arbeitslosigkeit abzurutschen. Nur dank Lämmchen verliert Pinneberg nicht völlig den Halt. Unerschütterlich ist ihr Glaube an die Liebe, ungebrochen ihre Lebenskraft. Knapp hundert Jahre nach dem Erscheinen von Falladas Roman interessiert sich die Regisseurin Luise Voigt dezidiert für die Parallelen zur Gegenwart. Inspiriert von den großen Revuen der 1920er Jahre transferiert sie die Geschichte als fulminante Show mitten ins 21. Jahrhundert. Regie: Luise Voigt Bühne: Natascha von Steiger Kostüme: Maria Strauch Choreografie: Minako Seki Musik: Björn SC Deigner Video: Stefan Bischoff Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Jan Walther
Aufführungen | Schauspiel

Eines langen Tages Reise in die Nacht

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Aus dem Englischen von Michael Walther Familie Tyrone wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Gemeinsam mit ihren Söhnen Jamie und Edmund verbringen Vater James und Mutter Mary den Sommer in ihrem Ferienhaus. Doch im Lauf eines einzigen Tages beginnt die weichgezeichnete Oberfläche des Familienbilds zu bröckeln. In alkoholgetränkten Wortgefechten entfaltet sich das Porträt einer Familie, die um Nähe ringt und sich ihrer gemeinsamen Vergangenheit stellt. Schicht für Schicht decken sie Erinnerungen, unerfüllte Wünsche und unverarbeitete Verletzungen auf. Eugene O’Neill verarbeitet in seinem erst posthum uraufgeführten Drama die eigene Familiengeschichte und seine lebenslange Auseinandersetzung mit Schuld, Abhängigkeit und der Suche nach Verständnis. Max Lindemann (»Phädra in Flammen«, »Süßer Vogel Jugend«) widmet sich in seinen Regiearbeiten bevorzugt den vielschichtigen Gefühlswelten seiner Figuren und bringt O‘Neills bewegendes Familiendrama mit großer Sensibilität auf die Bühne. Ermöglicht durch die Exzellenzförderung der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Regie: Max Lindemann Bühne: Signe Raunkjær Holm Kostüme: Cédric Mpaka Dramaturgie: Jana Fritzsche Licht: Jan Walther Dauer: ca. 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Oper

Zaide

Oper Frankfurt am Main

Deutsches Singspiel in zwei Akten, Fragment (1779/80) Text von Johann Andreas Schachtner Uraufführung 1866, Opernhaus, Frankfurt. Ergänzt durch Auszüge aus Mozarts Schauspielmusik Thamos, König in Ägypten (1773) Aus heutiger Perspektive erscheint uns Mozarts unvollendet gebliebenes Singspiel wie eine Vorstudie zu seiner zwei Jahre später entstandenen Entführung aus dem Serail: Zaide und Gomatz lernen sich in der Gefangenschaft von Soliman kennen und verlieben sich ineinander. Ein gemeinsamer Fluchtversuch misslingt. Wird Soliman die beiden begnadigen oder bestrafen? Mozarts Fragment, das ohne Ouvertüre und Finale sowie ohne vollständige Dialoge überliefert ist, bricht vor der Beantwortung der Frage ab. Aus dieser Offenheit ergibt sich ein besonderer Spielraum für die Auseinandersetzung mit dem zweiaktigen Werk. Regisseur David Hermann kombiniert es mit Nummern aus Mozarts Schauspielmusik Thamos und schärft so die dunklen Facetten des Zaide-Stoffes, der uns auf diese Weise unerwartet nah kommt und Assoziationen an Brutalitäten und Zwänge unserer Gegenwart aufruft. Welche Macht hat die Liebe? Wie steht es um die menschliche Empathie? Und was bedeutet Freiheit? Zaide entstand in einer Zeit, die für den Komponisten selbst zu einem Wendepunkt werden sollte: Als die pure »Sklaverei« empfand Mozart nämlich jene Jahre in Diensten des Salzburger Fürsterzbischofs Colloredo, mit dem er sich schon bald überwerfen sollte, um fortan als freischaffender Musiker und Komponist in Wien zu leben. Die eingehende Betrachtung der menschlichen Seele, wie sie uns in seinem Fragment vor Augen geführt wird, markiert den Beginn eines Emanzipationsprozesses – vom Brotgeber, von der Heimatstadt, vom eigenen Vater. Sie kennzeichnet zugleich Mozarts Hinwendung zu einer neuen Ästhetik, die ganz dem Geist der Aufklärung verpflichtet ist. Musikalische Leitung: George Petrou Inszenierung: David Hermann Bühnenbild: Jo Schramm Kostüme: Sibylle Wallum Licht: Joachim Klein Dramaturgie: Mareike Wink In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 1 ½ Std. ohne Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Oper to go: Liebe, Lüge und Lametta

Oper Frankfurt am Main

Liebe ist wie Lametta: glitzernd, magisch und verspielt. Aber sie hat auch die lästige Tendenz, sich zu verheddern. Erst heißt’s für immer treu und dann passiert trotzdem irgendetwas. Genau darum geht es in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Così fan tutte! Begleiten Sie uns zu einem weihnachtlichen Cocktail und opernhaften Christbaumschmücken und wir werden versuchen, die brennende Frage zu beantworten: Was ist denn Liebe? Dauer: ca. 1 Std. ohne Pause
Aufführungen | Oper

Warten auf heute

Oper Frankfurt am Main

VON HEUTE AUF MORGEN Arnold Schönberg Oper in einem Akt Text von Max Blonda (Pseudonym für Gertrud Schönberg) Uraufführung 1930 BEGLEITMUSIK ZU EINER LICHTSPIELSZENE OP. 34 Arnold Schönberg Uraufführung 1930 SECHS MONOLOGE AUS »JEDERMANN« Frank Martin Liederzyklus für Bariton und Orchester Text von Hugo von Hofmannsthal Uraufführung 1949 ERWARTUNG Arnold Schönberg Monodram in einem Akt Text von Marie Pappenheim Uraufführung 1924 Eine Frau, ein Mann. Die Ehe, der Alltag, das Leben ... Worauf fußt ihr Heute? Was gilt morgen? Und wie blicken sie übermorgen auf ihr gemeinsames Gestern zurück? Anhand dieser Fragen legt Regisseur David Hermann einen Handlungsfaden durch vier Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter dem Titel Warten auf heute verbindet er Arnold Schönbergs zwölftönigen Einakter Von heute auf morgen , seine Begleitmusik zu einer Lichtspielszene und das expressive Monodram Erwartung mit dem Liederzyklus Sechs Monologe aus »Jedermann« von Frank Martin, einem Verfechter der Tonalität. Auf zutiefst berührende Weise nimmt der Abend die Sollbruchstellen zweier durch die Ehe miteinander verbundener Individuen in den Blick und offenbart auch jene, die sie jeweils in sich tragen. Mit den unterschiedlichen dynamischen und emotionalen Amplituden der Werke atmet Warten auf heute ein Lebensgefühl sicherer Ungewissheit, einen undurchdringlichen, bangen Seelenzustand der Einsamkeit – die Kenngröße eines alten wie neuen Heute? Musikalische Leitung: Tim Anderson Inszenierung: David Hermann Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Nina Brazier Bühnenbild: Jo Schramm Kostüme: Sibylle Wallum Licht: Joachim Klein Dramaturgie: Mareike Wink Premiere vom 16. Januar 2022 In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 ¼ Std., Pause nach 1 Std. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz vor der Wiederaufnahme als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Mazeppa

Oper Frankfurt am Main

Oper in drei Akten und sechs Bildern Text von Victor P. Burenin und Peter I. Tschaikowski nach Alexander S. Puschkin Uraufführung 1884, Bolschoi-Theater, Moskau Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl Aus einer Liebe, die alle Konventionen sprengt, erwächst eine blutige Familienfehde: Tschaikowskis düsterste Oper porträtiert Machtmenschen, die zunehmend das rechte Maß verlieren. Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Als die beiden gegen den Willen von Marias Vater heiraten, entspinnt sich ein erbitterter Machtkampf: Kotschubej klagt Mazeppa, dem er bis dato als Freund und Geschäftspartner verbunden war, wegen Hochverrats beim Zaren an. Doch der Schuss geht nach hinten los: Der Zar schenkt den Anschuldigungen keinen Glauben und lässt Kotschubej öffentlich hinrichten. Als Maria die fatalen Folgen ihrer Liebe erkennt, verliert sie den Verstand. Genauso wie Tschaikowskis Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame basiert Mazeppa auf einer literarischen Vorlage von Alexander Puschkin. Dessen Poem Poltawa von 1829 setzt sich mit dem Kosakenführer Iwan Mazeppa auseinander, der Anfang des 18. Jahrhunderts den Aufstand gegen die russische Vorherrschaft wagte. Während Puschkin den Protagonisten ganz im Sinne des damaligen Zarenregimes als manipulativen Vaterlandsverräter zeigt, verleiht ihm Tschaikowski durchaus ambivalente Züge: Mazeppas Liebe zu Maria macht der Komponist in melancholisch-sanften Arien ebenso hörbar wie dessen Brutalität, die sich durchschneidende Rhythmen und martialische Orchesterzwischenspiele vermittelt. Regisseur Matthew Wild interpretiert Tschaikowskis Oper als politische Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Ins Zentrum des Geschehens rückt dabei nach und nach die Figur der Maria: Unfähig, die eigenen Verstrickungen zu akzeptieren, verfällt sie schließlich in einen Zustand kindlicher Entrücktheit. Gelingt es Maria, die Bilder der allseits grassierenden Gewalt aus dem Kopf zu bekommen? Musikalische Leitung: Karsten Januschke Inszenierung: Matthew Wild Bühnenbild, Kostüme: Herbert Murauer Licht: Jan Hartmann Video: Bibi Abel Choreografie: Christiana Stefanou Kampfchoreografie: Stephen Louis Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Maximilian Enderle In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 ¾ Std., inkl. 2 Pausen nach 1 Std. und 1 Std. 10 Min. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Ottone

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 11.10.2026 Oper in drei Akten Text von Nicola Francesco Haym nach Stefano Benedetto Pallavicini Uraufführung 1723, King’s Theatre, Haymarket, London Wenn Heiratspolitik zum bösen Spiel wird: Ottone soll Teofane heiraten. Doch man hat die Rechnung ohne die ehrgeizige Gismonda gemacht. Sie intrigiert im Hintergrund, um ihren Sohn Adelberto in Position zu bringen. Aus Momentaufnahmen rund um die historische Hochzeit zwischen dem deutschen Kaiser Otto II. und der byzantinischen Prinzessin Theophanu setzt sich die fiktive Handlung des Ottone -Librettos zusammen. Es basiert auf Stefano Benedetto Pallavicinis Textbuch zu Antonio Lottis Dramma per musica Teofane , das Händel in Dresden gesehen hatte, als er dort italienische Sänger*innen für seine eigenen Projekte castete. Und in der Tat erscheint die bei Lotti titelgebende junge Braut als der eigentliche Dreh- und Angelpunkt auch von Händels Oper, die dem Genre entsprechend mit zahlreichen Verwicklungen aufwartet. Der Londoner Uraufführung im Januar 1723 war ein vielschichtiger Entstehungsprozess vorausgegangen, in dem sich der Komponist nicht zu knapp mit den unterschiedlichen Ansprüchen der verpflichteten italienischen Gesangsstars auseinanderzusetzen hatte. Das Ergebnis wurde ein feines Geflecht aus raffinierten, eleganten, innigen Arien, deren Melodien im Kopf bleiben. Nicht von ungefähr etablierte sich Händels dritte für die Royal Academy of Music in London entstandene Oper als ein Kassenschlager, der zu Lebzeiten des Komponisten zusammen mit seinem Rinaldo die meisten Wiederaufführungen erlebte. Ein heute selten gespieltes Werk, das eine Wiederentdeckung verdient! Musikalische Leitung: Václav Luks Inszenierung: Jetske Mijnssen Bühnenbild, Kostüme: Ben Baur Choreografie: Dustin Klein Licht: Jan Hartmann Dramaturgie: Mareike Wink In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 Std. inkl. 1 Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Le roi Arthus

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 8.11.2026 Oper in drei Akten und sechs Bildern Text vom Komponisten Uraufführung 1903, Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel In Koproduktion mit dem Nationaltheater Prag König Arthus herrscht als Gleicher unter Gleichen; Symbol dafür ist der Runde Tisch an seinem Hof. Doch seine zukunftsweisende Idee droht zu scheitern. Zum einen sind die Ritter der Tafelrunde eifersüchtig auf Lancelot, den Arthus nach dem Sieg über die Sachsen preist. Zum anderen beginnt ausgerechnet Lancelot eine Affäre mit Genièvre, der Frau des Königs. Als Lancelots Widersacher Mordred die beiden in flagranti ertappt, streckt Lancelot ihn nieder. Doch Mordred überlebt und meldet Arthus die Untreue seines treuesten Freundes mit seiner geliebten Frau. Der König will zunächst nicht an deren Schuld glauben. Lancelot aber kann sich ein Leben am Hof in Lüge nicht vorstellen. Zögernd gibt er Genièvres Drängen nach, mit ihr zu fliehen. Nachdem die Flucht entdeckt wurde, kann Arthus sich der Wahrheit nicht länger verschließen. In einer Vision prophezeit der Zauberer Merlin ihm das Ende der Tafelrunde. So kommt es: Mordred erhebt sich gegen Arthus und strebt selbst nach der Krone. Lancelot bricht unter der Last seines schlechten Gewissens zusammen und sucht in der Schlacht den Tod, woraufhin sich auch Genièvre das Leben nimmt. Der König verzeiht dem sterbenden Freund, bevor er von Engeln zur sagenhaften Insel Avalon entrückt wird. Ernest Chausson zeigt das Ende des Arthus-Reiches als Niedergang einer Hochkultur, die zugleich ihre eigenen Lebensgrundlagen zerstört: Frieden unter den Menschen und ein Leben im Einklang mit der Umwelt gehören zusammen. Das betont auch Merlin, der mit der Natur eng verbunden ist. Mit der Apotheose des Schlussbildes wird eine mögliche Wiederkehr des weisen und gutmütigen Herrschers in Aussicht gestellt. In seiner einzigen Oper fand der Hauptvertreter des französischen Wagnérisme betörende Klänge, in denen er seine Begeisterung für den Bayreuther Meister mit der Suche nach neuen Farben in der Musik vereinte, wie sie auch seinen Freund Claude Debussy zur gleichen Zeit umtrieb. Wir bringen das großformatige, selten gespielte Werk in seiner ganzen Opulenz auf die Bühne. Musikalische Leitung: Thomas Guggeis Inszenierung: Manuel Schmitt Bühnenbild: Bernhard Siegl Kostüme: Raphaela Rose Licht: Joachim Klein Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Konrad Kuhn In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 ½ Std. inkl. 2 Pausen Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Flavio

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 19.12.2026 Oper in drei Akten Text von Nicola Francesco Haym Uraufführung 1723, King’s Theatre, Haymarket, London Die Untertanen sind in Liebesaffären und unsinnige Duelle verstrickt. Einer stirbt. Zwei Paare heiraten. Der König schaut zu und lässt es sich gut gehen. Er regiert – nebenbei. Von Eifersucht, Ehrgeiz und verletztem Stolz am Hof des Königs Flavio erzählt die Geschichte: eine bunte und ungewöhnliche Mischung aus Motiven verschiedener Ritterromane. Nur die Heldentaten fehlen. Die Figuren in Händels Oper erinnern zwar an edle Ritter und seriöse Charaktere einer Opera seria, doch im Gegensatz zu ihren Vorgängern schaffen sie es selten, richtig zu agieren. Von Politik redet man am Hof kaum. Viel lieber wird über gesellschaftlichen Aufstieg und Macht diskutiert. Der König amüsiert sich, allerdings ungern mit seiner Frau, die in dieser Tragikomödie keinen einzigen Ton zu singen hat. Flavio versucht lieber, ihre Hofdame Teodata zu verführen, die wiederum seinen Adjutanten Vitige liebt. Beim zweiten Liebespaar, Emilia und Guido, gibt es ebenfalls Komplikationen. Ihre beiden Väter streiten um die vakant gewordene Stelle des Statthalters. Es setzt eine Ohrfeige und als Folge ein Duell. Guido muss für seinen Vater kämpfen und tötet seinen zukünftigen Schwiegervater. Kann Emilia den Mörder ihres Vaters noch lieben? Der König lässt sich von den tragischen Zwischenfällen nicht irritieren und bleibt trotz erheblicher Turbulenzen entspannt. Flavio spielt seine Untertanen gegeneinander aus, teilt, herrscht und genießt den Stillstand in seinem Reich. Als der Dichter Nicola Francesco Haym den Text für Händel aus verschiedenen Opernlibretti zusammenstellte, behielt er die ironischen Töne der venezianischen Vorlagen bei und baute das tragische Grundmotiv aus Pierre Corneilles Le Cid , die Rache des Sohnes für die Kränkung des Vaters, in sein Textbuch ein. Zudem stellte er den Konkurrenzkampf zwischen zwei schwachen, machtgierigen Höflingen mit den karikierenden Mitteln einer Stegreifkomödie dar. Komponiert für die größten Sängerpersönlichkeiten der Zeit, nimmt Händel in Flavio die Opera seria, mit der er in London seine größten Erfolge feierte, aufs Korn. Seine Musik fasziniert durch Arien, die auf leichte Tanzrhythmen bauen, die Situationen mit viel Humor kommentieren und die Macken der Charaktere freilegen. Flavio bietet beste Unterhaltung, virtuose Gesangskunst und einen kritischen Blick auf die Abgründe verlogener Machstrukturen. Musikalische Leitung: Karsten Januschke Inszenierung: Tilmann Köhler Bühnenbild: Karoly Risz Kostüme: Susanne Uhl Licht: Jan Hartmann Dramaturgie: Zsolt Horpácsy In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 2 ½ Std. inkl. 1 Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Un ballo in maschera

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 6.12.2026 Melodramma in drei Akten Text von Antonio Somma nach Eugène Scribe Uraufführung 1859, Teatro Apollo, Rom Ein Tanz auf der Rasierklinge: Obwohl eine Verschwörung gegen ihn läuft, stürzt sich Graf Riccardo in eine Affäre mit der Frau seines besten Freundes. Der Ausgang? Tödlich! Nachdem Giuseppe Verdi Anfang der 1850er Jahre mit Opern wie Rigoletto, La traviata und Il trovatore den Grundstein seines Welterfolgs gelegt hatte, suchte er nach neuen musikalischen Herausforderungen. Statt der »Monotonie« des italienischen Melodramma zog es ihn nun zu Stoffen, in denen sich Komik und Tragik eng miteinander verbinden. Fündig wurde er bei Eugène Scribes Libretto Gustave III. ou Le bal masqué , das auf der Ermordung des schwedischen Königs im Jahr 1792 basiert. Gemeinsam mit dem Dramatiker Antonio Somma machte sich Verdi an eine Adaption des Sujets, eckte aber prompt bei der italienischen Zensur an: Die Tötung eines Monarchen auf offener Bühne war damals alles andere als opportun, weshalb der Schauplatz der Oper mehrfach verändert werden musste. Bei der Uraufführung in Rom 1859 wurde die Handlung schließlich im Boston der Kolonialzeit verortet. Wichtiger als der historische Kontext war für Verdi aber ohnehin die »dramatische Situation« der Figuren, die er mit viel psychologischem Feingefühl zum Leben erweckt: Graf Riccardo führt eine Liebesbeziehung mit Amelia, der Ehefrau seines Freundes und Beraters Renato. Er ignoriert, dass ein Attentat auf ihn geplant wird und beschäftigt sich lieber mit den schönen Seiten des Lebens. Eines Nachts werden Riccardo und Amelia von Renato bei einem heimlichen Rendezvous erwischt. Tief getroffen, schließt sich Renato daraufhin den Verschwörern an und erschießt Riccardo inmitten eines rauschenden Maskenballs. Die extremen Kontraste des Librettos spiegeln sich auch in Verdis Partitur: Während die Liebesszenen zwischen Amelia und Riccardo einen innigen, beinahe transzendenten Charakter haben, kippen bedrohliche Momente immer wieder ins Groteske. Die Musik treibt die Figuren mal tänzelnd, mal flüsternd auf einen tödlichen Abgrund zu, den die Seherin Ulrica bereits zu Beginn der Oper prophezeit. Wir danken unserem Kooperationspartner ROECKL. Musikalische Leitung: Thomas Guggeis, Simone Di Felice Inszenierung: Andrea Breth Bühnenbild: Johannes Leiacker Kostüme: Petra Reinhardt Licht: Olaf Winter Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Maximilian Enderle In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 ¾ Std. inkl. Pause nach ca. 1 ½ Std. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Così fan tutte

Oper Frankfurt am Main

Dramma giocoso in zwei Akten Text von Lorenzo Da Ponte Uraufführung 1790 Ein einziger Tag wirft das Leben von zwei heiratswilligen Paaren aus der Bahn. Guglielmo und Ferrando schließen mit ihrem älteren Freund Don Alfonso eine Wette auf die Treue ihrer Geliebten, Fiordiligi und Dorabella, ab. Don Alfonso ist sicher, dass er mit Hilfe der Zofe Despina die Untreue der beiden Schwestern beweisen kann. Die beiden Männer werden als Fremde verkleidet, um jeweils die Geliebte des anderen zu verführen. In diesem Spiel gehen vorgetäuschte und echte Gefühle ineinander über. Zum Schluss feiern die »falschen« Paare eine fingierte Doppelhochzeit, bevor die beiden Schwestern über die wahre Identität ihrer frischgebackenen Ehemänner aufgeklärt werden. Die sechs Beteiligten ziehen zwar ein scheinbar fröhliches und versöhnliches Fazit, doch das Lachen bleibt allen im Halse stecken. Finden sich die Liebenden in der ursprünglichen Zusammenstellung wieder? Nach Le nozze di Figaro und Don Giovanni stellen uns Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte in ihrem letzten gemeinsamen Werk sechs grundverschiedene Charaktere vor. Mal kritisch, mal besorgt und verständnisvoll begleiten sie die Figuren einer »komischen« Handlung, die jede Menge seelischer Abgründe freilegt. Die Regisseurin Mariame Clément stellt die Handlung als Bewährungsprobe vor einer geplanten Hochzeit dar. Im beweglichen Rahmen einer Parabel sind Projektionen in die Zukunft und Erinnerungen an die Vergangenheit ebenso vorstellbar wie Fantasien, Scheidewege und Zweifel. Musikalische Leitung: Alden Gatt Inszenierung: Mariame Clément Bühnenbild: Etienne Pluss Kostüme: Bianca Deigner Licht: Joachim Klein Chor: Álvaro Corral Matute Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Silvia Gatto In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 ½ Std. inkl. 1 Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Die Nacht vor Weihnachten

Oper Frankfurt am Main

Oper in vier Akten Text vom Komponisten nach Nikolai W. Gogol Uraufführung 1895 Vor dem Hintergrund der Wintersonnenwende entspinnt sich in der Nacht vor Weihnachten eine herzerwärmende Liebesgeschichte: Der Schmied Wakula liebt die reiche Gutsherrntochter Oksana. Diese will ihn aber nur heiraten, wenn Wakula ihr die goldenen Schuhe der Zarin besorgt. Ob es dem Schmied gelingt, die Wünsche seiner Geliebten zu erfüllen? Nikolai A. Rimski-Korsakow erschafft in seiner Märchenoper eine musikalische Welt, die uns von Beginn an in ihren Bann zieht: Schillernde Klänge bringen die Sterne zum Tanzen, während volkstümliche Melodien die Charaktere der Dorfbewohner ausleuchten. Die Inszenierung von Christof Loy betont die humorvollen und sensiblen Momente des Werkes und lässt Hexen, Teufel und Sonnengottheiten in schwindelerregender Höhe über die Bühne schweben. Ein Hochgenuss für Augen und Ohren, der gerade in der dunklen Jahreszeit einen unwiderstehlichen Optimismus versprüht! Musikalische Leitung: Takeshi Moriuchi Inszenierung: Christof Loy Szenische Leitung: Aileen Schneider Bühnenbild: Johannes Leiacker Kostüme: Ursula Renzenbrink Licht: Olaf Winter Choreografie: Klevis Elmazaj Flugchoreografie: Ran Arthur Braun Chor: Tilman Michael Dramaturgie: Maximilian Enderle Dauer: ca. 3 Std., inkl. 1 Pause nach ca. 1 ½ Std. In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer. Die Audioeinführung sowie weitere spannende Inhalte zur Produktion finden Sie im Opernappetizer auf unserem Blog.
Aufführungen | Oper

Tancredi

Oper Frankfurt am Main

Melodramma eroico in zwei Akten Text von Gaetano Rossi nach Voltaire Syrakus sieht sich von Sarazenen umzingelt. Einigkeit gegen den äußeren Feind ist oberstes Gebot. Doch in den eigenen Mauern scheint Verrat zu lauern: Ein abgefangener Brief wird falsch gedeutet; so wird Amenaide, die Tochter des Stadtoberhaupts Argirio, verdächtigt, heimlich den Sarazenenfürsten zu lieben. Des Hochverrats bezichtigt, wird sie vom eigenen Vater zum Tode verurteilt. Inkognito schleicht sich der wahre Adressat des Briefes ein: Tancredi, der vor Jahren verbannt worden war. Er erkämpft im Zweikampf gegen Orbazzano, dem Amenaide von Argirio als Braut versprochen war, ihre Begnadigung, glaubt jedoch selbst nicht mehr an ihre Liebe. Als Anführer wird Tancredi in der Schlacht mit den Sarazenen tödlich verwundet; erst auf dem Sterbebett erfährt er, dass Amenaide ihm immer treu war. Tancredi ist die erste Opera seria des erst 20-jährigen Rossini und begründete seinen Ruhm. Das selten gespielte Werk erlaubt einen schonungslosen Blick auf unsere heutige Gesellschaft in ihrem sich radikalisierenden Abschottungswahn und ist zugleich von ganz eigenem musikalischem Reiz. Ungewöhnlich ist die Besetzung der Titelpartie als Hosenrolle mit einem Mezzosopran. Die Partitur ist ganz dem Belcanto-Ideal des 18. Jahrhunderts verpflichtet und von klassizistischer Anmut, geht jedoch neue Wege. Gab es bei der Uraufführung in Venedig noch ein Lieto fine, so komponierte Rossini für die zweite Aufführung in Ferrara ein tragisches Finale, das auch der Frankfurter Inszenierung zugrunde liegt. Musikalische Leitung: Giuliano Carella Inszenierung: Manuel Schmitt Bühnenbild: Bernhard Siegl Kostüme: Raphaela Rose Licht: Joachim Klein Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Konrad Kuhn Uraufführung 1813, Teatro La Fenice, Venedig In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 Std. 50 Min. inkl. Pause nach 1 Std. 5 Min. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Aufführung

Intermezzo – Oper am Mittag

Oper Frankfurt am Main

Wir bieten Ihnen eine Alternative zur Mittagspause in der Kantine: Kommen Sie zu unseren Lunchkonzerten und erleben Sie Sänger*innen des Frankfurter Opernstudios, Mitglieder der Paul-Hindemith-Orchesterakademie oder Studierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Neben dem Ohrenschmaus ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Am 12. Oktober mit Mitgliedern der Paul-Hindemith-Orchesterakademie. Termine 2026/27: 14. Sep, 12. Okt, 9. Nov, 7. Dez, 15. Feb, 15. Mrz, 26. Apr, 7 Juni Ein Kooperationsprojekt der Deutsche Bank Stiftung und der Oper Frankfurt Dauer: ca. 30 Min ohne Pause, Hausöffnung 12 Uhr Preise: Der Eintritt ist frei (beschränkte Platzkapazität)
Aufführungen | Schauspiel

Die Affäre auf der Straße nach Monaco

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Eine skurrile Truppe von Theatermacher:innen begibt sich auch auf eine Spurensuche, um der Frage nach der Geschichte und den Geschichten Frankfurts auf den weit verzweigten Haupt- und Nebenstraßen, Handelswegen, Alleen und Gassen der Stadt nachzugehen. Doch der Versuch, die Heterogenität des Urbanen in ein greifbares Narrativ zu fassen, führt die Gruppe prompt in eine existenzielle Sackgasse. Die Probleme beginnen bereits beim Fundament: Um welche Straße geht es überhaupt, wo befindet sie sich und wohin führt sie? Die Krise spitzt sich zu, als klar wird, dass die Schauspieler:innen streiken, da es an Text fehlt, und die Gruppe beschließt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Doch woher den Text nehmen, wenn nicht stehlen? Kann man Straßentheater eigentlich auch im Theater machen? Ist es möglich, eine Boulevardkomödie auf dem Boulevard zu spielen? Und warum geht es in den meisten Boulevardkomödien gar nicht um einen Boulevard? Wie blickt man auf ein Gebilde, das sich jeder eindeutigen Definition entzieht? In ihrem neuen Stück »Die Affäre auf der Straße nach Monaco / L’affare di via Monaco« wählen Nele Stuhler und Jan Koslowski eine Form, die dem Wesen der Stadt selbst entspricht: die Collage. Nach dem Abschluss ihrer Frankfurter-Essens-Trilogie (»Der alte Schinken«, »1994. Futuro Al Dente« und »Der kleine Snack«) nimmt uns das Text- und Regie-Duo mit auf eine Reise durch Zeit und Raum auf und über die kritische Infrastruktur, die alles verbindet und zusammenhält – die Straße. Regie: Jan Koslowski, Nele Stuhler Bühnenbild: Chasper Bertschinger Kostüme: Svenja Gassen Musikalische Einrichtung, Komposition: Xzavier Stone Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Ellen Jaeger Übersetzer und Sprachcoach: Fabio Mazzocchi Dauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Heute leider Konzert!

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Aufgewachsen als jüdisches Kind im Wien der 1920er Jahre, flieht Georg Kreisler mit seiner Familie 1938 in die USA und muss dort »Jude üben statt Klavier«. Nach einem Durchbruch als Musiker, Entertainer und Komponist in New York kehrt er in seine Heimatstadt zurück, die noch immer von antisemitischen Furchen durchsetzt ist. Also stellt sich Kreisler dieser neuen Wirklichkeit - mit bitterbösem Humor singt er Lieder und schreibt gesellschaftskritische Texte, in denen er alle, aber auch wirklich alle Akteure der Gesellschaft aufs Korn nimmt. Martha Kottwitz stellt mit erzählerischen, poetischen und dramatischen Versatzstücken aus Kreislers Texten und Liedern einen vielseitigen musikalischen Abend zusammen, der weit mehr bietet als eine Nacherzählung seines bewegten Lebens. Mit geschärftem Witz lässt er uns nachdenken über die Welt, in der wir leben. Ein schonungs-, aber nicht hoffnungsloser Blick in den Abgrund. Regie: Martha Kottwitz Bühne und Video: Marco Pinheiro Kostüme: Mirjam Kiefer Musikalische Einrichtung: Christina Lutz Dramaturgie: Jana Fritzsche Licht: Jan Walther Dauer: 1 Stunde 40 Minuten ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

NSU 2.0

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Keine Fiktion, sondern Realität: Am 02. August 2018 erhält die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız eine Morddrohung. Mit der Unterschrift »NSU 2.0« beziehen sich die Verfasser:innen auf die Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund«, deren Terror zwischen 2000 und 2007 mindestens zehn Menschen zum Opfer gefallen waren. Die Suche nach der Herkunft des Schreibens führt zu einem Computer im Frankfurter Polizeirevier 1 und zu einer Chatgruppe unter Polizeibeamt:innen, in der Hakenkreuze und Judenwitze ausgetauscht werden. Je länger ermittelt wird, desto klarer tritt zutage: Die Behörde, die Bürger:innen wie Başay-Yıldız vor Terror und Extremismus beschützen soll, hat ein massives Problem mit Rechtsextremen in den eigenen Reihen. Wie weit reichen rechtsextreme Netzwerke in unserer Stadt? Und was bedeutet das für Politik, Bürger:innen und Betroffene? Regie: Nuran David Calis Bühne: Anne Ehrlich Kostüme: Anna Sünkel Video und Recherche: Karnik Gregorian Komposition und musikalische Einrichtung: Vivan Bhatti Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Die Produktion wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Dauer: ca. 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause Inhaltswarnung Die Produktion enthält Aussagen, die diskriminierend, rassistisch und sexistisch sind sowie zur Gewalt aufrufen. Zuschauer:innen könnten dies beunruhigend finden.
Aufführungen | Schauspiel

Das Bildnis des Dorian Gray

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Der junge Dorian Gray steht dem Künstler Basil Modell, der ihn auf Leinwand verewigt. Als Dorian in den Bann des zynischen Dandys Lord Henry gerät, beginnt er ein ausschweifendes Leben des kompromisslosen Hedonismus. Immer weiter steigert sich das toxische Verhältnis zwischen Lord Henry, Basil und Dorian. Doch die Ausschweifungen bleiben nicht konsequenzlos und es zeigen sich Spuren des Verfalls – aber nur auf dem Bildnis. Es degeneriert, abgeschirmt und versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit, zur grotesken Fratze, während Dorians Äußeres ewig jung, makellos und schön bleibt. Der Klassiker von Oscar Wilde über die (Un-)vergänglichkeit von Schönheit und verstecktes Begehren wird ergänzt und fortgeschrieben mit Texten des Dramatikers Marcus Peter Tesch, der in seinem Schreiben der Geschichte von Körpern und Körperbildern nachfühlt und diese in die Gegenwart holt. Regisseur Ran Chai Bar-zvi wurde zuletzt mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet und zum Festival »Radikal jung« eingeladen. Seine bildstarken Inszenierungen begegnen auch existenziellen Stoffen mit einer großen Leichtigkeit, ohne deren ernsten Kern zu verharmlosen. Mit »Das Bildnis des Dorian Gray« feiert Ran Chai Bar-zvi sein Debüt am Schauspiel Frankfurt. Regie und Bühne: Ran Chai Bar-zvi Kostüme: Belle Santos Musik: Evelyn Saylor Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Frank Kraus Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die verlorene Ehre der Katharina Blum

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Die 26-jährige Katharina Blum steht unter Verdacht, Mitwisserin einer umfangreichen Betrugsaffäre zu sein, nachdem sie eine Karnevalsparty mit einem gewissen – und ihr bis dato unbekannten – Ludwig Götten verließ. Nicht nur wird sie daraufhin stundenlang von der Polizei befragt, vor allem startet die ZEITUNG einen wahrhaftigen Shitstorm gegen die junge Hauswirtschafterin. Blum wird öffentlich als Mittäterin und »Flittchen« diffamiert, Aussagen von ihr nahestehenden Personen werden umformuliert und verfälscht wiedergegeben, die Boulevardredakteure lassen nicht mehr von ihr ab. »Wie Gewalt entstehen kann und wohin sie führt« lautet der erweiterte Titel dieser 1974 erschienenen Erzählung des Schriftstellers Heinrich Böll. Denn durch die Kampagne gegen Katharina Blum wird diese wirklich zur Täterin und erschießt den dafür verantwortlichen Journalisten. Heinrich Böll gibt in einer vorangestellten Notiz an: »Sollten sich (...) Ähnlichkeiten mit den Praktiken der Bild-Zeitung ergeben haben, so sind diese Ähnlichkeiten weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich« und beschrieb die Erzählung später als Pamphlet, das auf die konfliktverstärkende Rolle des Boulevardjournalismus in der öffentlichen Beachtung der Roten Armee Fraktion Bezug nehme. Er selbst hatte sich zuvor als Opfer einer solchen Medienkampagne gesehen und stellt an Katharina Blums Fall das Vorgehen der Presse beispielhaft zur Schau. Die Regisseurin Sapir Heller inszeniert diese Erzählung als temporeiche Verfolgungsjagd, die auf die Nähe des inzwischen allgegenwärtigen Sensationsjournalismus zum heutigen Populismus verweist. Regie: Sapir Heller Bühne und Kostüme: Ursula Gaisböck Musik: Gustavo Strauß Video: Lion Bischof Dramaturgie: Lena Wontorra Licht: Ellen Jaeger Bühne und Kostüme: Ursula Gaisböck Musik: Gustavo Strauß Video: Lion Bischof Dramaturgie: Lena Wontorra Dauer: 1 Stunde 35 Minuten ohne Pause

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