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Aufführungen / Theater Stadttheater Aschaffenburg Aschaffenburg, Schlossgasse 8
Aufführungen / Aufführung Festhalle
Di 22.9.2026, 20:00 Uhr
Aufführungen / Theater Volkstheater Hessen e.V. Frankfurt am Main, Pfingstweidstr. 2
Aufführungen | Oper

Ottone

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 11.10.2026 Oper in drei Akten Text von Nicola Francesco Haym nach Stefano Benedetto Pallavicini Uraufführung 1723, King’s Theatre, Haymarket, London Wenn Heiratspolitik zum bösen Spiel wird: Ottone soll Teofane heiraten. Doch man hat die Rechnung ohne die ehrgeizige Gismonda gemacht. Sie intrigiert im Hintergrund, um ihren Sohn Adelberto in Position zu bringen. Aus Momentaufnahmen rund um die historische Hochzeit zwischen dem deutschen Kaiser Otto II. und der byzantinischen Prinzessin Theophanu setzt sich die fiktive Handlung des Ottone-Librettos zusammen. Es basiert auf Stefano Benedetto Pallavicinis Textbuch zu Antonio Lottis Dramma per musica Teofane, das Händel in Dresden gesehen hatte, als er dort italienische Sänger*innen für seine eigenen Projekte castete. Und in der Tat erscheint die bei Lotti titelgebende junge Braut als der eigentliche Dreh- und Angelpunkt auch von Händels Oper, die dem Genre entsprechend mit zahlreichen Verwicklungen aufwartet. Der Londoner Uraufführung im Januar 1723 war ein vielschichtiger Entstehungsprozess vorausgegangen, in dem sich der Komponist nicht zu knapp mit den unterschiedlichen Ansprüchen der verpflichteten italienischen Gesangsstars auseinanderzusetzen hatte. Das Ergebnis wurde ein feines Geflecht aus raffinierten, eleganten, innigen Arien, deren Melodien im Kopf bleiben. Nicht von ungefähr etablierte sich Händels dritte für die Royal Academy of Music in London entstandene Oper als ein Kassenschlager, der zu Lebzeiten des Komponisten zusammen mit seinem Rinaldo die meisten Wiederaufführungen erlebte. Ein heute selten gespieltes Werk, das eine Wiederentdeckung verdient! Musikalische Leitung: Václav Luks Inszenierung: Jetske Mijnssen Bühnenbild, Kostüme: Ben Baur Choreografie: Dustin Klein Licht: Jan Hartmann Dramaturgie: Mareike Wink Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt. In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 Std. inkl. 1 Pause
Aufführungen | Oper

Zaide

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 30.9.2026 Deutsches Singspiel in zwei Akten, Fragment (1779/80) Text von Johann Andreas Schachtner Uraufführung 1866, Opernhaus, Frankfurt. Ergänzt durch Auszüge aus Mozarts Schauspielmusik Thamos, König in Ägypten (1773) Musikalische Leitung: George Petrou Inszenierung: David Hermann Bühnenbild: Jo Schramm Kostüme: Sibylle Wallum Licht: Joachim Klein Dramaturgie Mareike Wink In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 1 ½ Std. ohne Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Warten auf heute

Oper Frankfurt am Main

VON HEUTE AUF MORGEN Arnold Schönberg Oper in einem Akt Text von Max Blonda (Pseudonym für Gertrud Schönberg) Uraufführung 1930 BEGLEITMUSIK ZU EINER LICHTSPIELSZENE OP. 34 Arnold Schönberg Uraufführung 1930 SECHS MONOLOGE AUS »JEDERMANN« Frank Martin Liederzyklus für Bariton und Orchester Text von Hugo von Hofmannsthal Uraufführung 1949 ERWARTUNG Arnold Schönberg Monodram in einem Akt Text von Marie Pappenheim Uraufführung 1924 Eine Frau, ein Mann. Die Ehe, der Alltag, das Leben ... Worauf fußt ihr Heute? Was gilt morgen? Und wie blicken sie übermorgen auf ihr gemeinsames Gestern zurück? Anhand dieser Fragen legt Regisseur David Hermann einen Handlungsfaden durch vier Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter dem Titel Warten auf heute verbindet er Arnold Schönbergs zwölftönigen Einakter Von heute auf morgen , seine Begleitmusik zu einer Lichtspielszene und das expressive Monodram Erwartung mit dem Liederzyklus Sechs Monologe aus »Jedermann« von Frank Martin, einem Verfechter der Tonalität. Auf zutiefst berührende Weise nimmt der Abend die Sollbruchstellen zweier durch die Ehe miteinander verbundener Individuen in den Blick und offenbart auch jene, die sie jeweils in sich tragen. Mit den unterschiedlichen dynamischen und emotionalen Amplituden der Werke atmet Warten auf heute ein Lebensgefühl sicherer Ungewissheit, einen undurchdringlichen, bangen Seelenzustand der Einsamkeit – die Kenngröße eines alten wie neuen Heute? Musikalische Leitung: Tim Anderson Inszenierung: David Hermann Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Nina Brazier Bühnenbild: Jo Schramm Kostüme: Sibylle Wallum Licht: Joachim Klein Dramaturgie: Mareike Wink Premiere vom 16. Januar 2022 In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 ¼ Std., Pause nach 1 Std. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz vor der Wiederaufnahme als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Mazeppa

Oper Frankfurt am Main

Premiere: 13.9.2026 Oper in drei Akten und sechs Bildern Text von Victor P. Burenin und Peter I. Tschaikowski nach Alexander S. Puschkin Uraufführung 1884, Bolschoi-Theater, Moskau Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl Aus einer Liebe, die alle Konventionen sprengt, erwächst eine blutige Familienfehde: Tschaikowskis düsterste Oper porträtiert Machtmenschen, die zunehmend das rechte Maß verlieren. Maria, die Tochter des reichen Kotschubej, liebt den deutlich älteren General Mazeppa. Als die beiden gegen den Willen von Marias Vater heiraten, entspinnt sich ein erbitterter Machtkampf: Kotschubej klagt Mazeppa, dem er bis dato als Freund und Geschäftspartner verbunden war, wegen Hochverrats beim Zaren an. Doch der Schuss geht nach hinten los: Der Zar schenkt den Anschuldigungen keinen Glauben und lässt Kotschubej öffentlich hinrichten. Als Maria die fatalen Folgen ihrer Liebe erkennt, verliert sie den Verstand. Genauso wie Tschaikowskis Erfolgsopern Eugen Onegin und Pique Dame basiert Mazeppa auf einer literarischen Vorlage von Alexander Puschkin. Dessen Poem Poltawa von 1829 setzt sich mit dem Kosakenführer Iwan Mazeppa auseinander, der Anfang des 18. Jahrhunderts den Aufstand gegen die russische Vorherrschaft wagte. Während Puschkin den Protagonisten ganz im Sinne des damaligen Zarenregimes als manipulativen Vaterlandsverräter zeigt, verleiht ihm Tschaikowski durchaus ambivalente Züge: Mazeppas Liebe zu Maria macht der Komponist in melancholisch-sanften Arien ebenso hörbar wie dessen Brutalität, die sich durchschneidende Rhythmen und martialische Orchesterzwischenspiele vermittelt. Regisseur Matthew Wild interpretiert Tschaikowskis Oper als politische Parabel über eine Elite, die ihre Konflikte auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung austrägt. Ins Zentrum des Geschehens rückt dabei nach und nach die Figur der Maria: Unfähig, die eigenen Verstrickungen zu akzeptieren, verfällt sie schließlich in einen Zustand kindlicher Entrücktheit. Gelingt es Maria, die Bilder der allseits grassierenden Gewalt aus dem Kopf zu bekommen? Musikalische Leitung: Karsten Januschke Inszenierung: Matthew Wild Bühnenbild, Kostüme: Herbert Murauer Licht: Jan Hartmann Video: Bibi Abel Choreografie: Christiana Stefanou Kampfchoreografie: Stephen Louis Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Maximilian Enderle In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 ¾ Std., inkl. 2 Pausen nach 1 Std. und 1 Std. 10 Min. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Tancredi

Oper Frankfurt am Main

Melodramma eroico in zwei Akten Text von Gaetano Rossi nach Voltaire Syrakus sieht sich von Sarazenen umzingelt. Einigkeit gegen den äußeren Feind ist oberstes Gebot. Doch in den eigenen Mauern scheint Verrat zu lauern: Ein abgefangener Brief wird falsch gedeutet; so wird Amenaide, die Tochter des Stadtoberhaupts Argirio, verdächtigt, heimlich den Sarazenenfürsten zu lieben. Des Hochverrats bezichtigt, wird sie vom eigenen Vater zum Tode verurteilt. Inkognito schleicht sich der wahre Adressat des Briefes ein: Tancredi, der vor Jahren verbannt worden war. Er erkämpft im Zweikampf gegen Orbazzano, dem Amenaide von Argirio als Braut versprochen war, ihre Begnadigung, glaubt jedoch selbst nicht mehr an ihre Liebe. Als Anführer wird Tancredi in der Schlacht mit den Sarazenen tödlich verwundet; erst auf dem Sterbebett erfährt er, dass Amenaide ihm immer treu war. Tancredi ist die erste Opera seria des erst 20-jährigen Rossini und begründete seinen Ruhm. Das selten gespielte Werk erlaubt einen schonungslosen Blick auf unsere heutige Gesellschaft in ihrem sich radikalisierenden Abschottungswahn und ist zugleich von ganz eigenem musikalischem Reiz. Ungewöhnlich ist die Besetzung der Titelpartie als Hosenrolle mit einem Mezzosopran. Die Partitur ist ganz dem Belcanto-Ideal des 18. Jahrhunderts verpflichtet und von klassizistischer Anmut, geht jedoch neue Wege. Gab es bei der Uraufführung in Venedig noch ein Lieto fine, so komponierte Rossini für die zweite Aufführung in Ferrara ein tragisches Finale, das auch der Frankfurter Inszenierung zugrunde liegt. Musikalische Leitung: Giuliano Carella Inszenierung: Manuel Schmitt Bühnenbild: Bernhard Siegl Kostüme: Raphaela Rose Licht: Joachim Klein Chor: Manuel Pujol Dramaturgie: Konrad Kuhn Uraufführung 1813, Teatro La Fenice, Venedig In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 Std. 50 Min. inkl. Pause nach 1 Std. 5 Min. Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Così fan tutte

Oper Frankfurt am Main

Dramma giocoso in zwei Akten Text von Lorenzo Da Ponte Ein einziger Tag wirft das Leben von zwei heiratswilligen Paaren aus der Bahn. Guglielmo und Ferrando schließen mit ihrem älteren Freund Don Alfonso eine Wette auf die Treue ihrer Geliebten, Fiordiligi und Dorabella, ab. Don Alfonso ist sicher, dass er mit Hilfe der Zofe Despina die Untreue der beiden Schwestern beweisen kann. Die beiden Männer werden als Fremde verkleidet, um jeweils die Geliebte des anderen zu verführen. In diesem Spiel gehen vorgetäuschte und echte Gefühle ineinander über. Zum Schluss feiern die »falschen« Paare eine fingierte Doppelhochzeit, bevor die beiden Schwestern über die wahre Identität ihrer frischgebackenen Ehemänner aufgeklärt werden. Die sechs Beteiligten ziehen zwar ein scheinbar fröhliches und versöhnliches Fazit, doch das Lachen bleibt allen im Halse stecken. Finden sich die Liebenden in der ursprünglichen Zusammenstellung wieder? Nach Le nozze di Figaro und Don Giovanni stellen uns Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte in ihrem letzten gemeinsamen Werk sechs grundverschiedene Charaktere vor. Mal kritisch, mal besorgt und verständnisvoll begleiten sie die Figuren einer »komischen« Handlung, die jede Menge seelischer Abgründe freilegt. Die Regisseurin Mariame Clément stellt die Handlung als Bewährungsprobe vor einer geplanten Hochzeit dar. Im beweglichen Rahmen einer Parabel sind Projektionen in die Zukunft und Erinnerungen an die Vergangenheit ebenso vorstellbar wie Fantasien, Scheidewege und Zweifel. Musikalische Leitung, Hammerklavier: Takeshi Moriuchi Inszenierung: Mariame Clément Bühnenbild: Etienne Pluss Kostüme: Bianca Deigner Licht: Joachim Klein Chor: Álvaro Corral Matute Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Uraufführung 1790 In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 3 ½ Std. inkl. 1 Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Schauspiel

Das Deutschland­herz

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Uraufführung: 2.10.2026 »Eine Gruppe junger Menschen, Freunde mutmaßlich, haben Tickets für den letzten Zug. Doch als der nicht zu kommen scheint, bemerken sie, dass hier an diesem Ort etwas nicht stimmt. Sie suchen den Ausgang, den Eingang, irgendeine Form von Fortschritt oder Veränderung, doch sie treten auf der Stelle. Sie wissen nicht mehr, ob sie eingesperrt sind oder frei.« Autor und Regisseur Bonn Park, dessen erste Arbeit am Schauspiel Frankfurt, »They Them Okocha«, für den Mülheimer Dramatikpreis nominiert war, nimmt sich für sein neues Stück des Horror-Genres an. In seinem Grusel-Märchen »Das Deutschland« von 2020 hat er die Möglichkeiten des Schauerlichen auf der Bühne schon einmal untersucht. Wurde dort die bürgerliche Familie zur Assimilations-Hölle, ist das Setting seines neuen Stücks ein öffentlicher Ort: Ein trister Bahnhof oder eine verwaiste Innenstadt, in der sich ehemalige gesellschaftliche Gewissheiten in ein »hochkarätiges Koma der Hilflosigkeit« verwandelt haben. »In den Herzen spukt es. Es stimmt etwas nicht mehr. Dass alles schlimm ist und nichts mehr wird, wie es war, dass nichts schlimmer ist als jetzt, außer die Zukunft, die Gewissheit, dass die Welt auf die eine oder andere Weise untergehen wird, aber auf jeden Fall untergeht (!), dass die apokalyptische Laune die normale Laune geworden ist, dass die Haut so dünn ist, dass sie durchsichtig geworden ist. Made in Germany ist die Ingenieurskunst der Panik, hochwertige Beklemmung, deutsche Wertarbeit ist Angst.« Bonn Park schreibt seine Theatertexte, während er in den Proben im engen Austausch mit den Schauspieler:innen steht und gemeinsam mit ihnen recherchiert und entwickelt. Die neue Arbeit für das Schauspiel Frankfurt entsteht wieder mit dem kongenialen Team aus Komponist Ben Roessler und Bühnen- und Kostümbildnerin Sina Manthey. Regie: Bonn Park Bühne & Kostüme: Sina Manthey Musik: Ben Roessler Dramaturgie: Katja Herlemann Licht: Valentin Wittig
Aufführungen | Schauspiel

Paradies­vögel

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Stell dir vor, dein Leben hat gerade erst so richtig angefangen und multiple Krisenlandschaften verstellen dir die Sicht auf die Zukunft. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, um beim strammen Marsch nach vorn dabei zu sein. Wer darf mitmachen? Und wohin geht es überhaupt? Sinnkrisen, Verlustängste, Depression, Todessehnsucht: Kein Paradies in Sicht. Wie geht Trauern? Woher kommen Lebenswille, Wut, Kampfgeist? Wie entstehen Zusammenhänge? Ein Ensemble im Jungen Schauspiel macht sich auf Umwege. Konzept und Regie: Martina Droste Bühne und Kostüme: Michaela Kratzer Musik: Max Mahlert Chorische Einstudierung: Christina Lutz Licht: Valentin Wittig Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Ich bin wie ihr, Ich liebe Äpfel

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Anlässlich der geplanten Verfilmung ihres Lebens treffen drei Diktatorengattinnen für eine Pressekonferenz aufeinander. Zwar sind die ehemaligen First Ladies längst nicht mehr im Amt, doch hängen sie allesamt noch den glanzvollen Tagen im Zentrum der Macht und Aufmerksamkeit nach. Die Männer von Frau Margot und Frau Imelda sind eines unfriedlichen Todes gestorben und der von Frau Leila steht aktuell wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem »grotesken holländischen Gericht«. Um die Sprach- bzw. Verständnisbarrieren zwischen den Herrscherinnen zu überwinden, bemüht sich der Übersetzer Gottfried zunehmend verzweifelt zwischen ihnen zu vermitteln und schürt dabei die politischen Verwerfungen immer weiter. Währenddessen befinden diese unisono, dass ihre Biografien viel zu überwältigend seien, um in einen banalen Film zu passen; allein die Oper könne das angemessene Medium sein… Regisseurin Ella Haid-Schmallenberg bringt Theresia Walsers bitterböse Komödie über politische Selbstinszenierung, autoritäre Systeme und öffentliche Rollenbilder mit scharfsinnigem Humor und großer Spielfreude auf die Bühne. Regie: Ella Haid-Schmallenberg Bühne: Nora Schreiber Kostüme: Mirjam Kiefer Musik: Nicolas Haumann Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Valentin Wittig Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Zirkus Kafka

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Am 3. Juni 1924 starb Franz Kafka. In seinem Testament wies er seinen engen Freund Max Brod an, alle seine Manuskripte zu verbrennen. »Ein Hungerkünstler«, eine kleine Sammlung von vier Erzählungen, war jedoch gerade noch vom Autor herausgegeben worden. Für Kafka war dies sein letztes Buch. Doch Max Brod beschloss, weitere Schriften sowie Tagebücher und persönliche Briefe zu veröffentlichen, statt das Testament zu erfüllen – und verhalf Kafka posthum zu Weltruhm. Max verriet seinen Freund, blieb aber der Kunst treu. Hat er recht gehandelt? In Roy Chens Stück für das Schauspiel Frankfurt fordern die Figuren aus Kafkas letztem Buch ihren Platz in der Geschichte ein. Sie sind vier Zirkusartisten, nicht besonders erfolgreich, aber unbestreitbar einzigartig. Sie spiegeln die Opfer wider, die die Kunst den Künstler:innen abverlangt: Muss ein Künstler immer hungrig sein? Wie ausgiebig muss das Monster namens Publikum gefüttert werden, bevor es zufrieden ist? Wo ist die Grenze zwischen Bühne und Privatleben? Kann man überhaupt Kunst machen, ohne das eigene Leben dafür zu opfern? Der in Deutschland lebende Regisseur Dor Aloni und der in Israel bekannte Autor Roy Chen tauchen in dieser Zusammenarbeit in das Universum von Franz Kafka ein und finden Figuren, die in der Auseinandersetzung mit ihrer Kunst Fragen von Moral, Ruhm, Identität und Zugehörigkeit verhandeln. Ermöglicht durch den Patronatsverein. Regie: Dor Aloni Bühne: Marlene Lockemann Kostüme: Svenja Gassen Musik: Thomas Moked Blum Dramaturgie: Katja Herlemann Licht: Frank Kraus Dauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Der Abend vor dem Danach

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Uraufführung: 12.9.2026 Es soll ein schöner Abend werden: Luca, Irene, Gabriel und Alexandra; ein Abendessen zu viert. Guter Wein, gute Gespräche, selbstgekocht statt Catering. Heute bleibt man ganz unter sich. Denn neben dem Essen geht es auch um Geld. Um sehr viel Geld. Gabriel, der eingeladen hat in seine stilvolle Villa, ist Lucas Boss. Luca ist sein bester Mann. Wenn alles glatt läuft heute, dann wird Gabriel Luca einen Deal übertragen. Das Leben von Luca, Irene und ihren beiden Kindern wird neu beginnen: in einer anderen Liga, ganz weit oben. Doch für einen der vier Menschen geht es um viel mehr als um Deals: Es geht um Würde, Verantwortung, Scham, Rache, Strafe. Um etwas, das nie vergangen ist. Heute Nacht wird abgerechnet. Doch was wird morgen sein? Lisa Wentz zählt zu den führenden österreichischen Dramatiker:innen ihrer Generation. Sie hat mehrfach bedeutende Preise gewonnen, darunter den Retzhofer Dramapreis (2021) und den Nestroy‑Autor:innenpreis (2022) für ihr Stück »Adern«. Ihre Stücke verbinden sprachliche Präzision mit psychologischer Tiefe; pointierte Dialoge mit einer klaren politischen Haltung. Mit dieser Auftragsarbeit stellt sich die Autorin erstmals in Deutschland vor. Susanne Frieling kehrt nach dem Erfolg von »Wir haben es nicht gut gemacht« und »Bilder deiner großen Liebe« mit einer weiteren sensiblen und eindringlichen Regiearbeit in die Kammerspiele zurück. Regie: Susanne Frieling Bühne, Musik, Sounddesign: Florian Schaumberger Kostüme: Elisabeth Weiß Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Licht: David Schecker
Aufführungen | Schauspiel

Eines langen Tages Reise in die Nacht

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Premiere: 3.10.2026 Aus dem Englischen von Michael Walther Ein Familienfoto: James Tyrone, der Vater, einst ein erfolgreicher Schauspieler. Neben ihm Mary, seine Frau, versunken, ihr Lächeln fast unsichtbar. Die Söhne: Jamie, der Ältere, selbstbewusst und anscheinend lässig; Edmund, der Jüngere, nachdenklich, etwas blass, beobachtend. Das Licht ist weich. Ein nebliger Tag im August. Eine Momentaufnahme. Nicht im Bild: James’ von Angst getriebener Egoismus und Geiz, Marys Abhängigkeit, Jamies Selbstzerstörung, Edmunds lebensbedrohliche Krankheit. Nicht im Bild: Die Gespräche und Wortgefechte, die sich wiederholen wie ein Ritual aus Vorwurf und Beschwichtigung, aus Nähe und Abwehr. Nicht im Bild: Die Zeit, die Stunde um Stunde tiefer in immer dieselben Konflikte führt. Die Nacht, die ihre Schatten vorauswirft. Eugene O’Neill verarbeitet in seinem erst posthum uraufgeführten Drama die eigene Familiengeschichte und seine lebenslange Auseinandersetzung mit Schuld, Abhängigkeit und Krankheit. Dabei schrieb er aber nicht nur autobiografisch, sondern rekonstruierte Erinnerung als Konfliktraum – also als subjektiv erlebte, immer wieder durchgespielte Vergangenheit. Max Lindemann (»Phädra, in Flammen«, »Süßer Vogel Jugend«) widmet sich in seinen Regiearbeiten bevorzugt den seelischen Tiefen, Schattenseiten und Obsessionen seiner Figuren. Regie: Max Lindemann Bühne: Signe Raunkjær Holm Kostüme: Cédric Mpaka Dramaturgie: Jana Fritzsche Licht: Jan Walther
Aufführungen | Schauspiel

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

mit einem Epilog (UA) von Soeren Voima Chicago in der Wirtschaftskrise: Der Gemüsehandel stockt, die Händler verzweifeln. Die führenden Blumenkohlhändler wollen den Handel wieder ankurbeln, aber den Gangster Arturo Ui wollen sie nicht mitmischen lassen. Stattdessen spinnen sie ihre eigene Intrige und überreden einen angesehenen Stadtpolitiker zur Korruption. Doch Ui weiß die Schwächen der anderen gegeneinander auszuspielen und seine politische und geschäftliche Karriere nimmt schnell Fahrt auf. Er begreift, dass Gewalt allein für seine Machtexpansion nicht ausreicht – auch die Manipulation der Öffentlichkeit gehört dazu. In seinem Größenwahn macht er weder vor alten Weggefährten noch an den Stadtgrenzen Chicagos Halt. Bertolt Brecht schrieb 1941 im Exil diese Parabel auf die Karriere Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten. Die Verortung der bissigen Satire im amerikanischen Gangstermilieu war laut Brecht sein »Versuch, der kapitalistischen Welt den Aufstieg Hitlers dadurch zu erklären, dass er in ein ihr vertrautes Milieu versetzt wurde«. Damit stellen sich die Ereignisse nicht als schicksalhaftes Verhängnis dar, sondern als die Konsequenz der herrschenden Verhältnisse unter der Mitwirkung Vieler. Faschismus ist kein historischer Einzelfall, sondern die auch heute immer noch mögliche Fortsetzung der Geschäfte mit anderen Mitteln. Regisseur Christian Weise und sein Team erschaffen bildgewaltige und musikalische Welten, in denen sie Klassiker des Theaters spielerisch einer zeitgenössischen Befragung unterziehen. Regie: Christian Weise Bühne: Julia Oschatz Kostüme: Josa Marx Musik: Jens Dohle Dramaturgie: Katja Herlemann Licht: Ellen Jaeger Dauer: ca. 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Viel Lärm um nichts

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Deutsch von Marius von Mayenburg mit einem Monolog von Lisa Wentz Der Krieg ist vorüber. Don Pedro hat den Konflikt für sich entscheiden können. Zurückkehrend aus dem Feld, macht er im Gefolge zweier Offiziere Halt am Hof seines Statthalters Leonato. Augenblicklich verliebt sich einer von ihnen, Claudio, in Hero, die Tochter Leonatos. Der andere, Benedikt, nimmt dagegen das Dauerwortgefecht wieder auf, das ihn mit Heros Cousine Beatrice verbindet: Nichts macht diesen beiden anscheinend mehr Freude, als sich gegenseitig mit scharfer Zunge zu verspotten. Ein Maskenball wird gefeiert, auf dem Don Pedro für Claudio um die Hand Heros bittet. Auch Benedikt und Beatrice sollen endlich miteinander verkuppelt werden. Schon scheint dem doppelten Happy End nichts mehr im Wege zu stehen. Doch Don John, Pedros bitterbösem Halbbruder, ist die ganze Romantik entschieden zuwider. Zusammen mit seinem Gefolgsmann Boracchio schmiedet er eine Intrige, die beinahe alles Glück zunichtemachen wird. Shakespeares Stück um die Liebe in Zeiten des Krieges wird oft als die erste »Romcom« der Literaturgeschichte gefeiert. Doch die Fragen, die der Text stellt, sind keineswegs leicht zu beantworten: Wo endet der Krieg, wenn der Frieden beginnt? Was (oder wen) lieben wir, wenn wir zu lieben meinen? Tina Lanik zeigt die klassische Komödie als Spiel um die Liebe in bedrohlicher Zeit. Regie: Tina Lanik Bühne und Kostüme: Stefan Hageneier Musikalische Einrichtung/ Komposition: Cornelius Borgolte Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Licht: Marcel Heyde Dauer: ca. 2 Stunden, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Antigone

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Deutsch von Simon Werle mit Texten aus dem Drama »Ich, Antigone« von Anna Gschnitzer Tochter und Schwester des Ödipus, Tochter und Enkelin der Iokaste, Schwester von Helden und Mördern, letztes Kind eines verfluchten Geschlechts: der Mythos Antigone fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Ist ihr Beharren darauf, den gefallenen Bruder Polyneikes gegen den zum Gesetz erhobenen Willen des Herrschers Kreon zu begraben, die Tat einer Heldin? Oder die Untat einer Fanatikerin? Antigones unbedingtes moralisches Bewusstsein entlarvt den Pragmatismus der Macht um den Preis des Lebens – nicht nur des eigenen. Ihr Begehren unterwandert eine kalte Ordnung, öffnet darin jedoch die Tür zu Grausamkeit und Zerstörung. Was bedeutet das »ungeschriebene Gesetz«, auf das sie sich bezieht, für uns heute? Antigone ist ein tausendfach beschriebenes Blatt, zumeist von Männern. Die Regisseurin Selen Kara, deren Arbeit zum ersten Mal in Frankfurt zu sehen ist, befragt den antiken Stoff aus der Perspektive der Frauen. Dabei lenkt sie den Blick auf die Kontinuitäten der Konflikte zwischen Gewissen und Ordnung, Freiheit und Fügung – vom uralten Fluch der Labdakiden bis zu den Menetekeln der Gegenwart. Regie: Selen Kara Bühne: Lydia Merkel Kostüme: Anna Maria Schories Musik: Torsten Kindermann Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Licht: Marcel Heyde Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Premiere: 11.9.2026 Schwejk - eine Till Eulenspiegel-Figur im Krieg: Mit anarchischem Witz untergräbt »der brave Soldat« die Kriegsmaschinerie des Ersten Weltkriegs. Jaroslav Hašeks zweibändiger, unvollendeter Roman wurde von seinem Autor selbst als »bestes humoristisch-satirisches Buch der Weltliteratur« angepriesen. Trotz Rheuma zieht Schwejk in den Krieg, der sich in Hašeks aberwitzigen Episoden als Chaos entlarvt. Bertolt Brecht war begeistert von der Schwejk-Figur. Hašeks Roman hat ihn über Jahre nicht losgelassen. Gemeinsam mit Erwin Piscator erarbeitete er eine berühmte Bühnenbearbeitung des Textes, die 1928 zur Aufführung kam. Darüber hinaus hatte Brecht Pläne, den Stoff zu verfilmen, um schließlich 1943 im amerikanischen Exil an einem eigenen Stück zu schreiben, in dem er »Schweyk im zweiten Weltkrieg« aufmarschieren lässt, wo er ein dienstbares Rädchen des deutschen Faschismus wird. Hanns Eisler schrieb die Musik dazu, darunter Songs wie »Das Weib vom Nazisoldaten« oder »Das Lied vom kleinen Wind«. Am Ende des Stückes trifft Schwejk, »der kleine Mann«, der sich freiwillig gemeldet hat, in Stalingrad auf Hitler. Das Stück von Brecht bildet den zweiten Teil einer Schwejk-Trilogie, die Regisseur Jan-Christoph Gockel im Ersten Weltkrieg beginnen lässt. Der dritte Teil zeigt »Schwejk in Bachmut«. Textliche Grundlage hierfür bildet eine Recherche des in Russland geborenen und seit 2023 in Deutschland lebenden Regisseurs und Autors Sergei Okunev, der Interviews mit ehemaligen Wagner-Söldnern geführt hat, die an der Schlacht um Bachmut beteiligt waren. Sie werfen einen Blick auf die »kleinen Rädchen« innerhalb der Kriegsmaschinerie. Wie halten die einzelnen Rädchen eine Vernichtungsmaschinerie am Laufen? Und: Kann ein »Idiot« wie Schwejk heute noch eine Kriegsmaschine aus dem Takt bringen? Jan-Christoph Gockel verbindet wie kaum ein anderer Regisseur Politik mit Poesie: In seinen Arbeiten treffen Puppen, Schauspieler:innen, Film, Musik und dokumentarisches Material aufeinander. Am Schauspiel Frankfurt war in seiner Regie u.a. »Öl!« sowie »Faust 1 & 2« zu erleben. Er ist Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen, wo er für »Wallenstein« erstmals mit Sergei Okunev zusammenarbeitete. Die Arbeit wurde zum Berliner Theatertreffen 2026 eingeladen. Regie: Jan-Christoph Gockel Bühne: Julia Kurzweg Kostüme: Janina Brinkmann Musik: Matthias Grübel Video: Eike Zuleeg Puppenbau: Michael Pietsch Dramaturgie: Katrin Spira Licht: Marcel Heyde Recherchearbeit und Autor: Sergei Okunev
Aufführungen | Aufführung

Ein unerhörter Operettensalon

Kammeroper Frankfurt

Ein szenisch-musikalisches Portrait über eine unfassbare Gattung mit dem Kammerensemble der Kammeroper Frankfurt Regie: Ingrid El Sigai Kartenvorverkauf: Frankfurt Ticket Tel: 13 40 400, Kasse Palmengarten, Abendkasse und pudenz@kammeroper-frankfurt.de
Aufführungen | Oper

Der Triumph von Zeit und Erkenntnis

Oper Frankfurt am Main

Oratorium in zwei Teilen Text von Kardinal Benedetto Pamphilj Muss der Mensch seine Eitelkeiten überwinden, um Selbsterkenntnis zu erlangen? Und liegt der Schlüssel zum Glück tatsächlich in der Akzeptanz unserer eigenen Endlichkeit? Mit brillanten Improvisationen auf der Orgel machte sich der 22-jährige Händel seit Januar 1707 in der Kulturszene Roms einen Namen und gewann gut betuchte Freunde. Einer von ihnen war Kardinal Benedetto Pamphilj. Dieser lieferte dem Komponisten nicht nur die Gelegenheit und finanziellen Mittel, sondern auch gleich den Text zu jenem musikalischen Streitgespräch zwischen der Schönheit, dem Vergnügen, der Erkenntnis und der Zeit. Die Schönheit muss sich entscheiden: Soll sie sich dem Vergnügen ganz verschreiben oder auf die Ermahnungen von Zeit und Erkenntnis hören und die Gedanken an ihre eigene Endlichkeit zulassen? Die Partitur von Händels erstem Oratorium Il trionfo del Tempo e del Disinganno spiegelt das entschiedene Vorgehen des Vatikans gegen weltliche Bühnenwerke, welches in mehreren Theaterschließungen der Stadt gipfelte. Mit der Bezeichnung als Oratorium umging der aufstrebende Komponist zwar die Hürde der »opera proibita«, sein dramatisches Gespür offenbart sich dennoch in jeder Note. Hinreißend fantasievoll gestaltet er die lebhafte Auseinandersetzung der vier Charaktere. Im Laufe seines Schaffens bediente sich Händel immer wieder des musikalischen Materials seines Oratorienerstlings, nicht zuletzt für die berühmte Klage-Arie »Lascia ch’io pianga« in seiner Oper Rinaldo. Als »Lascia la spina« hatte er sie ursprünglich der allegorischen Figur des Vergnügens in den Mund gelegt. Musikalische Leitung: Simone Di Felice Inszenierung: Katharina Kastening Bühnenbild, Kostüme: Ashley Martin-Davis Licht: Jan Hartmann Dramaturgie: Mareike Wink Uraufführung vermutlich 1707, Teatro del Collegio Clementino, Rom In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Dauer: ca. 2 Std. 40 Min. inkl. 1 Pause nach 1 Std. 6 Min Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Bockenheimer Depot und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Turandot

Oper Frankfurt am Main

Dramma lirico in drei Akten Text von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi Schön und grausam ist die Prinzessin Turandot. Sie bricht mit allen Konventionen und bietet ihrem Volk ein blutiges Schauspiel. Entgegen dem Wunsch ihres Vaters weigert sich Turandot zu heiraten. Sie stellt eine schier unmögliche Bedingung: Wer sie zur Frau haben will, muss drei Rätsel lösen. Wer jedoch daran scheitert, wird öffentlich hingerichtet. Auch Prinz Calaf, der als Flüchtling nach Peking gelangt, verfällt unmittelbar Turandots Aura. Als es ihm tatsächlich gelingt, alle drei Rätselfragen zu beantworten, wird die Prinzessin in ihren Grundfesten erschüttert. Turandot entfacht einen offenen Machtkampf, der am Ende auch unschuldige Opfer fordert. Der aus Persien stammende Turandot-Mythos war für Giacomo Puccini eine willkommene Vorlage, um seine Musiksprache an die Entwicklungen der Moderne anzupassen. Seine Partitur besticht neben lyrischem Belcanto und buffoneskem Witz folglich mit rhythmischen Überlagerungen, beißenden Dissonanzen und schwebenden Klangfarben. In den zahlreichen Chorszenen hallt die Brutalität der politischen Massenbewegungen wider, die zur Entstehungszeit des Werkes Anfang der 1920er Jahre immer lauter wurden. Inhaltlich verfolgten Puccini und seine Librettisten das Ziel, Turandots Wandlung von einer hassenden zu einer liebenden Frau plausibel zu erzählen. Ein Vorhaben, das nicht nur am hartherzigen Charakter der Protagonistin, sondern auch an Puccinis überraschendem Tod im Jahr 1924 scheiterte: Das abschließende Liebesduett zwischen Turandot und Calaf lag zu diesem Zeitpunkt lediglich als Skizze vor, die Oper blieb ein Fragment. In unserer Neuinszenierung wird dem Werk ein neu komponierter Prolog aus der Feder von Lucia Ronchetti vorangestellt. Auf subtile Weise vermittelt sich darin das Vorgefühl einer Katastrophe, die schon in den ersten Takten von Puccinis Partitur ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt. Musikalische Leitung: Simone Di Felice Inszenierung: Andrea Breth Bühnenbild: Johannes Leiacker Kostüme: Ursula Renzenbrink Licht: Alexander Koppelmann Chor, Kinderchor: Álvaro Corral Matute Dramaturgie: Maximilian Enderle Uraufführung 1926 / Mit dem Prolog Io tacerò von Lucia Ronchetti, Auftragswerk der Oper Frankfurt In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 Std. 5 Min. ohne Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.
Aufführungen | Oper

Bluthochzeit

Oper Frankfurt am Main

Lyrische Tragödie in zwei Akten Text von Federico García Lorca in der deutschen Übersetzung von Enrique Beck Seit Generationen bekriegen sich zwei Familien. In ihrem Kampf gibt es nur Verlierer. Auf beiden Seiten. Wie eine antike Schicksalstragödie wirkt die Vorlage für Fortners Oper. Der spanische Dichter Federico García Lorca griff in seinem 1933 uraufgeführten Drama Bluthochzeit auf einen zeitlosen Stoff zurück. Seine Anklage richtet sich gegen das eiserne Gesetz der Blutrache: Die Mutter des Bräutigams hat ihren Mann und ihren ältesten Sohn im Kampf zwischen zwei Familienclans verloren und bangt nun um das Leben ihres jüngsten Sohnes. Sie fürchtet, dass durch seine Hochzeit der Krieg der beiden Clans wieder aufflammt. Denn die Braut liebt immer noch ihren früheren Verlobten Leonardo, der zur feindlichen Familie gehört. Noch während der Hochzeit entführt Leonardo sie. Die beiden fliehen in den Wald, doch ihre Verfolger holen sie ein. Die Blutrache wird zweifach vollzogen: Beide Rivalen sterben im Duell. Als der 50-jährige Wolfgang Fortner 1957 mit Bluthochzeit seine erste Oper fertigstellte, galt er bereits als europaweit angesehener Komponist. Seit den Kompositionsarbeiten an der Bühnenmusik für die Berliner Erstaufführung des Schauspiels (1950) war er von Lorcas Welt gefesselt. Er hielt sich in seiner Oper eng an Lorcas Text, baute lange gesprochene Passagen in seine Partitur ein und benutzte den Gesang als intensive, dramatisch erhöhte Form der Sprache. Mit orchestralen Zwischenspielen verband Fortner die sieben Bilder der Oper, wobei er zurückhaltend mit Motiven der spanischen Folklore umging. Seine Musik ist zwar auf einer Zwölftonreihe aufgebaut, doch sie changiert zwischen verschiedenen Klangwelten und Stilrichtungen, ohne dabei epigonal zu wirken. Seine Lorca-Vertonung ist faszinierendes Musiktheater mit Sogwirkung: ein starkes Plädoyer für Freiheit und Liebe. Musikalische Leitung: Duncan Ward Inszenierung: Àlex Ollé Bühnenbild: Alfons Flores Kostüme: Lluc Castells Licht: Olaf Winter Chor: Álvaro Corral Matute Dramaturgie: Zsolt Horpácsy Uraufführung 1957, Städtische Oper, Köln In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Dauer: ca. 2 ½ Std. inkl. 1 Pause Einführungen eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn im Holzfoyer und kurz nach der Premiere als Audioeinführung überall, wo es Podcasts gibt.

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