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Aufführungen / Theater Stadttheater Aschaffenburg Aschaffenburg, Schlossgasse 8
Aufführungen / Theater Volkstheater Hessen e.V. Frankfurt am Main, Pfingstweidstr. 2
Aufführungen | Schauspiel

Süßer Vogel Jugend

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Irgendwo an der Golfküste: Der gutaussehende Chance Wayne kommt zurück in seine Heimatstadt St. Cloud. Er begleitet die berühmte Schauspielerin Alexandra del Lago, die ihr Comeback im Filmgeschäft für gescheitert hält und daher den Rückzug aus der Öffentlichkeit sucht. Derweil hofft Chance auf ein Wiedersehen mit seiner Jugendliebe Heavenly Finley, die sich in der Zeit seiner Abwesenheit jedoch einer fatalen Operation unterziehen musste. Heavenly ist der Dominanz ihres stadtbekannten Vaters Boss Tom Finley ausgeliefert, der rassistische Hetzreden hält. Er verhindert weiteren Kontakt zwischen dem einstigen Liebespaar. Unglücklich in der Liebe, sucht Chance Erfolg als Schauspieler. Alexandra del Lago soll ihm mit ihren verheißungsvollen Kontakten behilflich sein und so klammern sich die einsamen Gestalten aneinander in der Hoffnung auf Glück. Am Ende müssen beide jedoch feststellen, dass die Vergänglichkeit der Zeit auch vor ihren Träumen nicht Halt macht. Max Lindemann, der in Frankfurt bereits durch seine Inszenierung von »Phädra in Flammen« bekannt ist, zeigt den amerikanischen Klassiker Williams‘ durch eine pointierte Reduktion der Mittel in aller schonungslosen Nüchternheit. Der weiße Würfel, der die Bühne bildet, macht alles sichtbar: von der Selbstdarstellung bis hin zu den fragilen Verletzlichkeiten der Figuren. Regie: Max Lindemann Bühne: Signe Raunkjær Holm Kostüme: Eleonore Carrière Dramaturgie: Jana Fritzsche Licht: Jan Walther Deutsch von Nina Adler ca. 2 Stunden, keine Pause
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Ich bin wie ihr, Ich liebe Äpfel

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Premiere: 24.4.2026 Anlässlich der geplanten Verfilmung ihres Lebens treffen drei Diktatorengattinnen für eine Pressekonferenz aufeinander. Zwar sind die ehemaligen First Ladies längst nicht mehr im Amt, doch hängen sie allesamt noch den glanzvollen Tagen im Zentrum der Macht und Aufmerksamkeit nach. Die Männer von Frau Margot und Frau Imelda sind eines unfriedlichen Todes gestorben und der von Frau Leila steht aktuell wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem »grotesken holländischen Gericht«. Um die Sprach- bzw. Verständnisbarrieren zwischen den Herrscherinnen zu überwinden, bemüht sich der Übersetzer Gottfried zunehmend verzweifelt zwischen ihnen zu vermitteln und schürt dabei die politischen Verwerfungen immer weiter. Währenddessen befinden diese unisono, dass ihre Biografien viel zu überwältigend seien, um in einen banalen Film zu passen; allein die Oper könne das angemessene Medium sein… Regisseurin Ella Haid-Schmallenberg bringt Theresia Walsers bitterböse Komödie über politische Selbstinszenierung, autoritäre Systeme und öffentliche Rollenbilder mit scharfsinnigem Humor und großer Spielfreude auf die Bühne. Regie: Ella Haid-Schmallenberg Bühne: Nora Schreiber Kostüme: Mirjam Kiefer Musik: Nicolas Haumann Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Valentin Wittig
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So langsam, so leise

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

»Ich weiß, dass wir darüber nicht reden können … Aber findest du nicht, dass diese ganze Sache mehr als nur ironisch ist? Dieser ganze Zerfall hier: Es ist erbärmlich und zugleich – konsequent … Ich weiß nicht, was ich verbrochen habe, dass das nun alles auf mich zurückfällt. Aber vermutlich braucht es gar keine Schuld für diese Strafe.« Eigentlich wollte Karen ihrem Vater nur einen Besuch abstatten, doch dessen Demenz und der Dauerregen zwingen sie, zu bleiben. Die unhaltbare Situation spült die Dämonen der Vergangenheit an die Oberfläche und plötzlich ist da ein Hund und die drängende Frage, ob der Hang hält. Es ist eine Welt, die sich buchstäblich vor den eigenen Augen aufzulösen scheint: Extremwetterereignisse bedrohen sicher geglaubte Rückzugsorte, die schwindenden Erinnerungen lassen die Identität bröckeln und reißen zugleich alte Wunden von neuem auf. Es ist ein Scheideweg, an dem die Protagonistin Karen steht. Doch woher kommt er und wohin wird er sie führen? Die Regisseurin Luise Voigt wurde mit ihrer Inszenierung »Die Gewehre der Frau Carrar /Würgendes Blei« mit Texten von Björn SC Deigner zum Theatertreffen 2025 eingeladen. Mit der Eröffnung der Kammerspiele setzen die Regisseurin und der Autor ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Zugleich stellt sich die für ihre außergewöhnlich starken inhaltlichen und ästhetischen Zugriffe bekannte Regisseurin mit dieser Arbeit erstmals am Schauspiel Frankfurt vor. Regie: Luise Voigt Bühne und Kostüme: Maria Strauch Musik und Video: Nicolas Haumann Choreografie: Minako Seki Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Jan Walther Dauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
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Wer hat meinen Vater umgebracht

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Die autofiktionalen Romane und Erzählungen von Édouard Louis schildern mit großer Intensität, wie Armut, Enge, Ausgrenzung, Homophobie und patriarchale Geschlechterrollen in bestimmten sozialen Schichten zu immer neuen Spiralen der Ausweglosigkeit und Gewalt führen. Dabei gelingt Louis das Kunststück, die Verstricktheit der Opfer und Täter und ihr Ausgeliefertsein an gesellschaftliche Machtstrukturen zu beleuchten, ohne dabei jemals in eine Unschärfe der Unterscheidung verschiedener Formen des Erleidens zu geraten. Auch der Täter ist Opfer – Handelt er aus Hilflosigkeit, Wut oder gesellschaftlich produzierter Autoaggression? – nichtsdestoweniger bleibt er Täter. Und das Opfer bleibt Opfer – selbst dann, wenn es die Täter versteht, wenn es gar in erzwungener Komplizenschaft mit ihnen kooperiert. In seinem Roman »Wer hat meinen Vater umgebracht« schildert Louis das hochgradig ambivalente Verhältnis zu seinem Vater, der den homosexuellen Sohn ablehnt, sich für ihn schämt, ihn ausliefert und misshandelt und der sein Kind dennoch liebt. Er schildert sein eigenes Erwachsenwerden als Geschichte eines Sohnes, der den Vater abstreifen muss, um leben zu können, und sich doch nichts mehr wünscht, als von ihm gesehen zu werden. Eine Geschichte der Zärtlichkeit und Gewalt, des Selbsthasses und der Anklage, die Lisa Nielebock als intensives und sensibles Kammerspiel zeigt. Regie: Lisa Nielebock Bühne: Oliver Helf Kostüme: Sofia Dorazio Brockhausen Musik: Thomas Osterhoff Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Licht: Frank Kraus Dauer: 1 Stunde 20 Minuten ohne Pause
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Spiel des Schwebens

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Irren ist menschlich. Unsere Irrtümer, Fehler und Schwächen, so scheint es, sind unweigerlich und für alle Zeit Teil der Bedingungen unserer Existenz: denn schon unser Geborensein in die Welt ist ein Eintritt in die Unvollkommenheit jener, die uns aufziehen, beschützen – und beschädigen. So war es immer. Aber muss es immer so bleiben? Darf es so bleiben? Wenn die neue Welt, die wir geschaffen haben, die Grundlagen unserer eigenen Existenz zu zerstören droht – braucht es dann nicht einen neuen Menschen? Ohne Trauma, ohne Fessel, verwurzelt allein im Augenblick – so soll Miko aufwachsen, Kind einer Zukunft, die beinahe bereits begonnen hat. Vesna und Nils schließen einen Vertrag mit Kali, einer nicht-menschlichen Erziehungsberaterin, die verspricht, ihre Tochter zu befreien von den Nachteilen der Herkunft. Bald schon zeigt sich, dass Kali weitaus mehr bewirkt als erhofft – oder befürchtet. Was für ein Mensch wird Miko sein? Gibt es eine Grenze dessen, was wir als »menschlich« betrachten? Und wenn ja: Ist die Grenze ein Irrtum gewesen? Anja Hillings neues Stück stellt faszinierende Fragen von beunruhigender Aktualität. Künstliche Intelligenz ist eine technologische Realität, deren Folgen wir noch lange nicht überblicken. Wie weit sind wir bereit, zu gehen? Regie: Christina Tscharyiski Bühne: Marlene Lockemann Mitarbeit Bühne und Kostüm: Nora Schreiber Kostüme: Miriam Draxl Musik: Cornelia Pazmandi Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Licht: Frank Kraus Dauer: ca. 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause
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NSU 2.0

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Keine Fiktion, sondern Realität: Am 02. August 2018 erhält die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız eine Morddrohung. Mit der Unterschrift »NSU 2.0« beziehen sich die Verfasser:innen auf die Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund«, deren Terror zwischen 2000 und 2007 mindestens zehn Menschen zum Opfer gefallen waren. Die Suche nach der Herkunft des Schreibens führt zu einem Computer im Frankfurter Polizeirevier 1 und zu einer Chatgruppe unter Polizeibeamt:innen, in der Hakenkreuze und Judenwitze ausgetauscht werden. Je länger ermittelt wird, desto klarer tritt zutage: Die Behörde, die Bürger:innen wie Başay-Yıldız vor Terror und Extremismus beschützen soll, hat ein massives Problem mit Rechtsextremen in den eigenen Reihen. Wie weit reichen rechtsextreme Netzwerke in unserer Stadt? Und was bedeutet das für Politik, Bürger:innen und Betroffene? Regie: Nuran David Calis Bühne: Anne Ehrlich Kostüme: Anna Sünkel Video und Recherche: Karnik Gregorian Komposition und musikalische Einrichtung: Vivan Bhatti Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Die Produktion wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Dauer: ca. 1 Stunde 35 Minuten, keine Pause Inhaltswarnung Die Produktion enthält Aussagen, die diskriminierend, rassistisch und sexistisch sind sowie zur Gewalt aufrufen. Zuschauer:innen könnten dies beunruhigend finden.
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Die Frau vom Meer - Oder: Finden sich Rudimente einer UR-Fischart im menschlichen Gemüt?

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Henrik Ibsen hat seine Frauenfiguren sorgfältig mit bürgerlichen Biographien ausgestattet. Die tiefere Herkunft einer Nora, einer Hedda oder einer Ella liegt aber, so könnte man vermuten, jenseits alles Bürgerlichen in einer Art Urkraft oder Naturgewalt, einem elementaren, atavistischen Begehren. So ist auch Ellida, die »Frau vom Meer«, eine Art Mischwesen: halb zweite Ehefrau des früh verwitweten Kleinstadtarztes Dr. Wangel, halb Meereswesen, das sich nach der willenlosen Weite des Ozeans zurücksehnt. Eine Nixe, zerrissen zwischen Freiheit und Bindung. Wie aber, wenn dieser Konflikt in jedem Menschen schlummerte? Sind wir nicht alle ein wenig Fisch? »Eine Fischart bildet ein Urglied in der Entwicklungsreihe des Menschen«, notierte schon Ibsen. Barbara Bürk, bekannt für den skurrilen Humor ihrer singenden, tanzenden und mitunter bitterböse ins Groteske schwingenden Arbeiten, begibt sich dieses Mal mit tatkräftiger Unterstützung des »nordischen Magus« Ibsen auf die Suche nach der Fischnatur im Menschen. Regie: Barbara Bürk Bühne & Kostüme: Anke Grot Musik: Markus Reschtnefki Dramaturgie: Alexander Leiffheidt Licht: Jan Walther Bewegungscoach / GaGa-Class: Etay Axelroad Dauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten
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Die Affäre auf der Straße nach Monaco

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Von der Antike in die Gegenwart, von Ost nach West oder Nord nach Süd, durch die Schichten der Geschichte – alle Wege führen nach Rom (via Frankfurt), oder doch lieber nach Monaco? Egal! Das Glück liegt auf der Straße… und auch wenn Mensch sich auf Irr-, Um- oder Holzwegen wähnt: Dem Guide widerspricht man nicht! Eine Gruppe ungleicher Gefährt:innen macht sich auf zu einer Spurensuche, um der Frage nach der Geschichte und den Geschichten Frankfurts auf den weit verzweigten Haupt- und Nebenstraßen, Handelswegen und Gassen der Stadt nachzugehen. Eine Reise durch Zeit und Raum auf und über die kritische Infrastruktur, die alles verbindet und zusammenhält – die Straße. Und natürlich braucht jede gut organisierte Reise eine:n Reiseführer:in, um französischen Fauxpas, fettigen Fettnäpfchen und fiesen Fallen aus dem Weg zu gehen. Nach dem Abschluss ihrer Frankfurter-Essens-Trilogie (»Der alte Schinken«, »1994. Futuro Al Dente« und »Der kleine Snack«) schlägt das Text- und Regie-Duo Stuhler/Koslowski mit ihrem neuesten Stück »Die Affäre auf der Straße nach Monaco / L’affare di via Monaco« ein neues Kapitel auf und kehren für die nunmehr vierte Arbeit ans Schauspiel Frankfurt zurück. Regie: Jan Koslowski, Nele Stuhler Bühnenbild: Chasper Bertschinger Kostüme: Svenja Gassen Musikalische Einrichtung, Komposition: Xzavier Stone Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Ellen Jaeger Übersetzer und Sprachcoach: Fabio Mazzocchi Dauer: ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
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Das Bildnis des Dorian Gray

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Der junge Dorian Gray steht dem Künstler Basil Modell, der ihn auf Leinwand verewigt. Als Dorian in den Bann des zynischen Dandys Lord Henry gerät, beginnt er ein ausschweifendes Leben des kompromisslosen Hedonismus. Immer weiter steigert sich das toxische Verhältnis zwischen Lord Henry, Basil und Dorian. Doch die Ausschweifungen bleiben nicht konsequenzlos und es zeigen sich Spuren des Verfalls – aber nur auf dem Bildnis. Es degeneriert, abgeschirmt und versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit, zur grotesken Fratze, während Dorians Äußeres ewig jung, makellos und schön bleibt. Der Klassiker von Oscar Wilde über die (Un-)vergänglichkeit von Schönheit und verstecktes Begehren wird ergänzt und fortgeschrieben mit Texten des Dramatikers Marcus Peter Tesch, der in seinem Schreiben der Geschichte von Körpern und Körperbildern nachfühlt und diese in die Gegenwart holt. Regisseur Ran Chai Bar-zvi wurde zuletzt mit dem Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste ausgezeichnet und zum Festival »Radikal jung« eingeladen. Seine bildstarken Inszenierungen begegnen auch existenziellen Stoffen mit einer großen Leichtigkeit, ohne deren ernsten Kern zu verharmlosen. Mit »Das Bildnis des Dorian Gray« feiert Ran Chai Bar-zvi sein Debüt am Schauspiel Frankfurt. Regie und Bühne: Ran Chai Bar-zvi Kostüme: Belle Santos Musik: Evelyn Saylor Dramaturgie: Lukas Schmelmer Licht: Frank Kraus Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
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Wir haben es nicht gut gemacht

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Liebe und Verletzung, Nähe und Distanz, Bewunderung und Abstoßung – all dies steckt in der Liebesbeziehung eines der berühmtesten Paare der deutschsprachigen Literatur. Ingeborg Bachmann ist eine gefeierte Lyrikerin, Star der Gruppe 47. Das legendäre Spiegel-Cover von 1954 hat sie ikonisch werden lassen. Max Frisch, ebenfalls erfolgreicher Autor, ist mit der Inszenierung seines Stückes »Biedermann und die Brandstifter« beschäftigt, als beide sich erstmals begegnen. Es ist das Frühjahr 1958. Frisch schreibt der jungen Autorin, wie begeistert er von ihrem Hörspiel »Der gute Gott von Manhattan« ist, Bachmanns Antwort darauf vom Juni desselben Jahres ist der Beginn eines Briefwechsels, der von eben diesem Kennenlernen bis etliche Jahre über die Trennung hinaus andauert. Die junge Regisseurin Susanne Frieling inszeniert die zugleich intime und literarische Liebesgeschichte als bewegendes Portrait zweier großer Schriftsteller:innen. Regie: Susanne Frieling Bühne: Devin McDonough Kostüme: Anna Sünkel Musik & Video: Max Windisch-Spoerk Dramaturgie: Katrin Spira Dauer: 1 Stunde 40 Minuten ohne Pause Wir weisen Sie darauf hin, dass bei der Aufführung an einigen Stellen stroboskopartige Lichteffekte zum Einsatz kommen.
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Paradies­vögel

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Stell dir vor, dein Leben hat gerade erst so richtig angefangen und multiple Krisenlandschaften verstellen dir die Sicht auf die Zukunft. Gleichzeitig steigen die Anforderungen, um beim strammen Marsch nach vorn dabei zu sein. Wer darf mitmachen? Und wohin geht es überhaupt? Sinnkrisen, Verlustängste, Depression, Todessehnsucht: Kein Paradies in Sicht. Wie geht Trauern? Woher kommen Lebenswille, Wut, Kampfgeist? Wie entstehen Zusammenhänge? Ein Ensemble im Jungen Schauspiel macht sich auf Umwege. Konzept und Regie: Martina Droste Bühne und Kostüme: Michaela Kratzer Musik: Max Mahlert Chorische Einstudierung: Christina Lutz Licht: Valentin Wittig Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
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Budden­brooks

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Premiere: 25.4.2026 »Mein Sohn, sei mit Lust bei den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, dass wir bei Nacht ruhig schlafen können.« Das Credo des alten Johann Buddenbrook war für die Familie jahrzehntelang heilig, der Reichtum stieg Jahr für Jahr. Mitte des 19. Jahrhunderts steht Johanns Urenkel Thomas anlässlich des Firmenjubiläums vor jenem in Stein gemeißelten Leitspruch – und hat das hanseatische Familienunternehmen gerade durch eine allzu gewagte Spekulation aus der Bahn geworfen: Der Kauf einer unreifen Ernte zum halben Preis, anschließend vom Hagel zerstört, das war der Anfang vom Ende des großen Handelshauses. Zeitgleich zum gesellschaftlichen Umbruch, erleben wir den Verfall, die Dekadenz der Familie über vier Generationen hinweg. Während früher ein Leitspruch ausreichte, um alle zu binden, driften die Lebensvisionen der Kinder und Enkel zunehmend auseinander. Das Leben dreht sich nicht mehr nur um Wohlstand und Geld, sondern ebenso um Kunst und Ästhetik, dazu kommen Krankheiten und Todessehnsucht. Die Familie zersplittert, zurück bleibt Leere – und irgendwo vielleicht auch ein Fünkchen Hoffnung. Schon bei seinem Erscheinen 1901 wurde der Roman zur Weltliteratur. Thomas Mann war damals 23 Jahre alt, viele Jahre später wurde er dafür mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Johanna Wehner, die für ihre vielstimmigen Romanbearbeitungen bekannt ist und in Frankfurt zuletzt »Dracula« und »Hiob« inszeniert hat, wird der detailverliebten und humorvollen Sprache Manns Raum auf der Bühne geben und die Familiengeschichte mit einem großen Ensemble inszenieren. Regie: Johanna Wehner Bühne: Daniel Wollenzin Kostüme: Ellen Hofmann Musik: Vera Mohrs Dramaturgie: Katrin Spira Licht: Ellen Jaeger
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Zack. Eine Sinfonie

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Daniil Charms, geboren 1905 in Petersburg, gilt als genialer Humorist. Seine Texte erzählen von den Absurditäten des Lebens und den politischen Verhältnissen seiner Zeit, denen man vielleicht nur mit einem Lachen begegnen kann. Seine Figuren nannte der Kritiker Helmut Schödel einmal »Marionetten des Unsinns« und »ein Fest für geniale Schauspieler«. Mit Wolfram Koch hat der Regisseur Jakob Fedler einen dieser genialen Theaterschauspieler gefunden. In dem Monolog »Zack. Eine Sinfonie« tritt Wolfram Koch als Entertainer, als Clown und als ein Spieler mit Tröte auf, der einfach spielen, tanzen und musizieren muss. Dabei will er sein Publikum vor allem unterhalten und zum Lachen bringen, doch Charms Prosa, Gedichte, Szenen und Dialoge sind immer Texte mit doppeltem Boden. Hinter dem Humor zeigt sich die Verzweiflung, die Not der Figuren. Neben einem Puschkin-Witz steht das Grauen eines totalitären Staates. Regie: Jakob Fedler Bühne und Kostüme: Dorien Thomsen Musik: Michael Haves Eine Koproduktion des Saarländischen Staatstheaters und des Théâtre National du Luxembourg.
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Faust 1 & 2

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

in einer Fassung von Jan-Christoph Gockel und Claus Philipp »Oh Faust! – Theologie, Juristerei, Medizin und leider auch Philosophie studiert habendes Urbild des Bürgers, dessen Liebe Zerstörung ist und der gebrochene Seelen braucht, um seinen Kanal zu bauen!« – So Anton Kuh im prägnanten Versuch, ein Werk zusammenzufassen, über dessen Unabschließbarkeit seinerseits der Dichter befand: Der Faust II solle erst nach seinem Tode veröffentlicht werden, damit er zukünftig »Menschen fort und fort ergötze und ihnen zu schaffen mache.« Höher, schneller, weiter – in Begleitung des Teufels brettert Faust durch die kleine und große Welt. Regisseur Jan-Christoph Gockel setzt Goethes »Monster«-Drama auf die Schienen einer Geisterbahn und nimmt besonders den zweiten Teil in den Fokus - und mit ihm das Hellsichtige, das Heutige des Stücks: Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Natur. »Das kann mich nicht zufriedenstellen«, klagt Faust irgendwann auf einem weiteren Gipfel des Zugewinns an Macht und Reichtum, während selbst Mephisto die Ahnung beschleicht, dass die Zeit der mittelalterlichen Teufelspakte ans Ende gelangt und dass der neue Faust vor allem eins ist: homo oeconomicus, »ein Mensch, der in der Fülle das Fehlen verspürt, im Mangel die Bedingung seines Wünschens erfährt und die Kunst des Verfehlens beherrscht: nämlich im unendlichen Streben endliche Güter zu wollen.« (Joseph Vogl) Regie: Jan-Christoph Gockel Bühne: Julia Kurzweg Kostüme: Janina Brinkmann Musik & Hörspiel: Matthias Grübel Video: Eike Zuleeg Puppenbau: Michael Pietsch Dramaturgie: Claus Philipp, Katrin Spira Licht: Marcel Heyde Dauer: ca. 4 Stunden 30 Minuten inkl. zwei Pausen
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Der Meister und Margarita

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Eine Schneise der Zerstörung zieht sich durch Moskau. Menschen werden verschleppt, gefoltert, hingerichtet, unsichtbar gemacht. Doch daneben geht all das weiter seinen Gang, was man gemeinhin das »normale Leben« nennt: Die Trams fahren, die Läden sind geöffnet, man geht ins Theater, macht Geschäfte, spinnt Intrigen. Im Zentrum des Geschehens steht ein unheimlicher Fremder – ein Deutscher? Pole? Engländer? – dem eine Entourage skurriler Gestalten folgt. Wer ist Woland wirklich, der sich »Professor für schwarze Magie« oder einfach nur bescheiden »Berater« nennt? Ist das Böse, das von ihm auszugehen scheint, wirklich sein eigenes Werk? Oder verleiht er nur der diffusen Gewalt, die er überall vorfindet, eine jeweils überraschend neue, scharfe und brutale Form? Repression, die sich zur neuen Normalität erklärt, verbreitet nicht nur Schrecken, sondern auch eine unfreiwillige, makabre Komik: Die neue Welt ist eine Farce, wenngleich eine blutige. Der russische Exilregisseur Timofej Kuljabin zeichnet in seiner Adaption von Bulgakows Weltroman das Bild einer korrupten Gesellschaft, in der die Unberechenbarkeit allgegenwärtiger Gewalt zum System geworden ist. Aus der Perspektive einer forensischen Rekonstruktion legt er die Mechanismen heutiger totalitärer Herrschaft frei. Regie: Timofej Kuljabin Bühne: Oleg Golovko Kostüme: Vlada Pomirkovanaya Musik: Timofey Pastukhov Dramaturgie: Alexander Leiffheidt, Olga Fedyanina Koordinator/Dolmetscher: Rustam Akhmedshin Licht: Marcel Heyde Dauer: ca. 3 Stunden, eine Pause
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Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Chicago in der Wirtschaftskrise: Der Gemüsehandel stockt, die Händler verzweifeln. Die führenden Blumenkohlhändler wollen den Handel wieder ankurbeln, aber den Gangster Arturo Ui wollen sie nicht mitmischen lassen. Stattdessen spinnen sie ihre eigene Intrige und überreden einen angesehenen Stadtpolitiker zur Korruption. Doch Ui weiß die Schwächen der anderen gegeneinander auszuspielen und seine politische und geschäftliche Karriere nimmt schnell Fahrt auf. Er begreift, dass Gewalt allein für seine Machtexpansion nicht ausreicht – auch die Manipulation der Öffentlichkeit gehört dazu. In seinem Größenwahn macht er weder vor alten Weggefährten noch an den Stadtgrenzen Chicagos Halt. Bertolt Brecht schrieb 1941 im Exil diese Parabel auf die Karriere Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten. Die Verortung der bissigen Satire im amerikanischen Gangstermilieu war laut Brecht sein »Versuch, der kapitalistischen Welt den Aufstieg Hitlers dadurch zu erklären, dass er in ein ihr vertrautes Milieu versetzt wurde«. Damit stellen sich die Ereignisse nicht als schicksalhaftes Verhängnis dar, sondern als die Konsequenz der herrschenden Verhältnisse unter der Mitwirkung Vieler. Faschismus ist kein historischer Einzelfall, sondern die auch heute immer noch mögliche Fortsetzung der Geschäfte mit anderen Mitteln. Regisseur Christian Weise und sein Team erschaffen bildgewaltige und musikalische Welten, in denen sie Klassiker des Theaters spielerisch einer zeitgenössischen Befragung unterziehen. Regie: Christian Weise Bühne: Julia Oschatz Kostüme: Josa Marx Musik: Jens Dohle Dramaturgie: Katja Herlemann Licht: Ellen Jaeger Dauer: ca. 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Heute leider Konzert!

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Aufgewachsen als jüdisches Kind im Wien der 1920er Jahre, flieht Georg Kreisler mit seiner Familie 1938 in die USA und muss dort »Jude üben statt Klavier«. Nach einem Durchbruch als Musiker, Entertainer und Komponist in New York kehrt er in seine Heimatstadt zurück, die noch immer von antisemitischen Furchen durchsetzt ist. Also stellt sich Kreisler dieser neuen Wirklichkeit - mit bitterbösem Humor singt er Lieder und schreibt gesellschaftskritische Texte, in denen er alle, aber auch wirklich alle Akteure der Gesellschaft aufs Korn nimmt. Martha Kottwitz stellt mit erzählerischen, poetischen und dramatischen Versatzstücken aus Kreislers Texten und Liedern einen vielseitigen musikalischen Abend zusammen, der weit mehr bietet als eine Nacherzählung seines bewegten Lebens. Mit geschärftem Witz lässt er uns nachdenken über die Welt, in der wir leben. Ein schonungs-, aber nicht hoffnungsloser Blick in den Abgrund. Regie: Martha Kottwitz Bühne und Video: Marco Pinheiro Kostüme: Mirjam Kiefer Musikalische Einrichtung: Christina Lutz Dramaturgie: Jana Fritzsche Licht: Jan Walther Dauer: 1 Stunde 40 Minuten ohne Pause
Aufführungen | Schauspiel

Publikums­beschimp­fung

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

»Ich habe gerade mit Ach und Krach ein Stück geschrieben. Es heißt ›Publikumsbeschimpfung‹ und ist mein erstes und mein letztes. Ich möchte es nun aufführen lassen und auch sonst dazu sehen, dass ich es vielleicht anbringe.« Dieser Wunsch von Peter Handke ging vor 60 Jahren, im Sommer 1966, in Frankfurt am Main im Theater am Turm, unter der Regie von Claus Peymann, in Erfüllung und Handke wurde quasi über Nacht berühmt. Das Sprechstück ohne Handlung, ohne Bühnenbild und ohne Requisiten macht die Sprache und die Theaterverabredung selbst zum Thema: Handke untersucht, wie auf dem Theater Wirklichkeit durch Sprache zurückzugewinnen sei. Die Spieler:innen sind die Beobachtenden, das Publikum wird zum Zentrum der Aufmerksamkeit. Indem Handke das Theater aushebelt, wird ein neues Theater entworfen. »Diese Bretter bedeuten keine Welt. Sie gehören zur Welt. Diese Bretter dienen dazu, dass wir darauf stehen. Dies ist keine andere Welt als die Ihre.« Für diese Jubiläumsinszenierung des nach den Klangelementen der Beatmusik gebauten Stückes aktiviert die Regisseurin Claudia Bauer ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Peer Baierlein. Nach ihren beiden erfolgreichen Überschreibungen von Luis Buñuel-Filmen am Schauspiel Frankfurt begibt sich Claudia Bauer in den literarischen Kosmos des Nobelpreisträgers Peter Handke für eine Liebeserklärung ans Theater. Ermöglicht durch den Patronatsverein. Regie: Claudia Bauer Bühne: Andreas Auerbach Kostüme: Patricia Talacko Musik: Peer Baierlein Dramaturgie: Katja Herlemann Dauer: ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Aufführungen | Comedy

Josef Hader: Hader on Ice

Schauspiel Frankfurt - Schauspielhaus

Immer is irgendwas. Entweder die Füße schlafen mir ein. Oder sie jucken. Dann krieg ich wieder keine Luft, wenn ich schneller geh. Oder ich hab einen Schweißausbruch. Dann friert mich wieder. Das Essen schmeckt mir nimmer, der Sex ist fad, die Hosen sind zu eng. Was is das bitte? Des muss alles dieser Klimawandel sein, oder? Temperaturen hat’s im Sommer wie in den Tropen! Dadurch gibt’s auf einmal diese riesigen Insekten! Wenn die dich stechen, kriegst’ eine Schwellung, die geht monatelang net weg! Wahrscheinlich sind die alle gentechnisch verändert. Und die Pflanzen! Die spinnen, die Pflanzen! Die wachsen jetzt alles zu! Seit ich nimmer aus dem Haus geh. Meine Theorie ist, die Pflanzen wollen die Herrschaft über den Planeten zurück. Sie wollen die totale Zerstörung der abendländischen Kultur und des österreichischen Volks-Rock’n'Roll. Das soll alles ersetzt werden durch äh, Photosynthese.
Aufführungen | Schauspiel

LEAKS von Mölln bis Hanau

Schauspiel Frankfurt - Kammerspiele

Der rassistische Terror in Deutschland seit dem tödlichen Brandanschlag in Mölln 1992 bis hin zu den Morden in Hanau 2019 offenbart das Systemversagen einer instabilen Sicherheits-Architektur, die nicht alle Bürger:innen ihrer Gesellschaft mit gleicher Sorgfalt schützt. Durch die Collage von Interviews, Zeugenberichten, journalistischer Recherche und Material aus Ausschüssen und Prozessen zu rassistischen Straftaten zeigt Nuran David Calis die strukturellen Ähnlichkeiten des Behördenversagens, der aktiven Verschleierung dessen und die Kollision des Verfassungsschutzes mit der rechten Szene in den letzten 30 Jahren auf. Die Stigmatisierung der Opfer rassistischer Verbrechen durch die Polizei und die Sicherheitsbehörden stellt in der Verbindung der Taten einen weiteren gemeinsamen Nenner dar. Im Gewand einer bunten, satirischen Enthüllungsshow entblößt Calis‘ neue Arbeit für das Schauspiel Frankfurt Strukturen, Täter, Komplizen und Mitwisser durch Re-Enactments, investigative Attacken, Verfremdung und bitterbösen Humor – im Einsatz für solidarisches Empowerment gegen Rechts und die Ermächtigung marginalisierter Stimmen. Mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters schafft Autor und Regisseur Nuran David Calis in seinen Recherchetheaterarbeiten einen politischen Raum, in dem Mainstream-Narrative aufgebrochen und neue Perspektiven eingenommen werden. Text und Regie: Nuran David Calis Bühne: Anne Ehrlich Kostüme: Anna Sünkel Musik: Vivan Bhatti Video und Recherche: Karnik Gregorian Dramaturgie: Eivind Haugland Dauer: 1 Stunde 45 Minuten ohne Pause

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